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		<title>Schott Music Musikbuch-Blog</title>
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		<description>Der Schott Music Buch Blog zu aktuellen Themen der klassischen Musik</description>
		<language>de-DE</language>
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			<title>Offener Geist ohne politische Ambitionen</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/10/05/offener-geist-ohne-politische-ambitionen</link>
			<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 08:11:40 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">53@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;War Kleiber ein politischer Mensch und welche &amp;#220;berzeugungen hatte er? Keine leichte Frage, die da unl&amp;#228;ngst in einem ausl&amp;#228;ndischen Blog diskutiert wurde. Angeregt wurde sie von einigen, des Deutschen nur bedingt m&amp;#228;chtigen Kleiber-Interessierten nach der insofern nicht einfachen Lekt&amp;#252;re meines Buches. Speziell meine Anmerkungen zu den sp&amp;#228;ten 60er-Jahren kamen hier zur Sprache, eine hochpolitische Zeit voller gesellschaftlicher Umbr&amp;#252;che.&lt;br /&gt;
Carlos Kleiber war wie sein Vater eigentlich kein politischer Mensch. Erich Kleiber wurde mehrfach gegen seinen Willen in die Politik verwickelt: in Nazi-Deutschland, w&amp;#228;hrend der Emigration und sp&amp;#228;ter durch sein Engagement in Ostberlin. Das Schicksal seines Vaters pr&amp;#228;gte auch Carlos Kleiber. Er reagierte sehr heftig, wenn sein Vater mit den Nazis in Verbindung gebracht wurde und zeigte sich als strikter Gegner des Nationalsozialismus sowie rechter Str&amp;#246;mungen. Politisch aktiv wurde er jedoch nicht &amp;#8211; seine politischen &amp;#196;u&amp;#223;erungen waren h&amp;#228;ufig emotional und situationsbezogen. 
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs besa&amp;#223;en in Deutschland noch immer viele Menschen Macht und Einfluss, die bereits w&amp;#228;hrend des &amp;#8222;Dritten Reiches&amp;#8220; eine unr&amp;#252;hmliche Rolle gespielt hatten. F&amp;#252;r Carlos Kleiber waren diese ein rotes Tuch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur&amp;#252;ckgekehrte Emigranten erfuhren in Deutschland und &amp;#214;sterreich nach dem Krieg noch lange Misstrauen und Ablehnung. Erich Kleiber machte solch bittere Erfahrungen und auch sein Sohn wurde damit immer wieder konfrontiert. Die deutsche Gesellschaft befand sich in den 60er-Jahren in einer schwierigen Phase. Eine konservative Politik, die nach wie vor den reaktion&amp;#228;ren, autorit&amp;#228;ren Geist gro&amp;#223;er Teile der Bev&amp;#246;lkerung widerspiegelte, sah sich zunehmend mit einem wachsenden Drang nach mehr Demokratie, Freiheit und Offenheit konfrontiert, der sich schlie&amp;#223;lich in der so genannten 68er-Bewegung Luft machte. Diese forderte eine Aufarbeitung der NS-Zeit und einen gesellschaftlichen Wandel, sie brachte die Gesellschaft ins Wanken.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Verst&amp;#228;ndlich, dass Carlos Kleiber, der verkrustete Strukturen hasste und im Denken eher ein Freigeist war, dieser linksorientierte Aufbruch nicht unber&amp;#252;hrt lie&amp;#223;. An politischen Aktionen aber beteiligte er sich offenbar nicht. &amp;#220;ber politische Themen sprach Kleiber nur im privaten Kreis, mit Freunden und guten Bekannten. Wie gro&amp;#223;e Teile der j&amp;#252;ngeren Generationen, wandte er sich in solchen Gespr&amp;#228;chen beispielsweise gegen den Vietnam-Krieg und damit gegen die Politik der USA. Bemerkungen wie jene, dass er das Dirigieren aufgeben und in Vietnam aktiv werden wolle, entsprangen aber emotionalen Momenten und besagen nicht, dass Kleiber dies wirklich vorhatte. Dass er eine Mao-Bibel besa&amp;#223;, hei&amp;#223;t ebenfalls nicht viel. Sie war damals in Deutschland bei j&amp;#252;ngeren Leuten sehr verbreitet und Kleiber auf der anderen Seite wissbegierig und intellektuell stets sehr aufgeschlossen, auch gegen&amp;#252;ber Gesellschaftstheorien und anderen Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sp&amp;#228;teren Jahren reiste er sehr viel, um die Welt und ihre Menschen kennenzulernen. W&amp;#228;hrend seiner ersten Japan-Tour, 1974, besch&amp;#228;ftigte er sich derart intensiv mit dem Buddhismus, dass Nahestehende ihn bereits zu einem Buddhisten werden sahen. Wenngleich er wohl kaum an eine Wiedergeburt glaubte, d&amp;#252;rften ihn gewisse grundlegende, universelle Sichtweisen dieser Lehre beeindruckt haben. Nach der Reise jedoch gingen diese wohl in seinem geistigen Kosmos auf, ohne dass er sich einer bestimmten Religion verpflichtet f&amp;#252;hlte. Auffallend aber war immer seine gro&amp;#223;e Toleranz.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Politisch nachhaltig f&amp;#252;r Carlos Kleiber blieben auch seine Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus in Ost-Berlin, wo sein Vater, frustriert von der politischen F&amp;#252;hrung der DDR, 1955 an der Berliner Staatsoper das Handtuch warf und in den Westen zog, nur um dann dort zuweilen als Kommunist verunglimpft zu werden. Bis zu seinem Tod hatte er darunter zu leiden. Mit linken Ideen jedoch war Carlos bereits in Kuba in Ber&amp;#252;hrung gekommen. Seine Mutter etwa war eine gute Bekannte von Fidel Castro. Tendenziell stand Kleiber im Denken wohl Ideen nahe, die in Deutschland von Linksorientierten vertreten wurden. Dies aber war lange Zeit ein Merkmal gerade der j&amp;#252;ngeren Generationen aus gutb&amp;#252;rgerlichem Hause. Im Ganzen ging es ihnen mehr um einen gesellschaftlichen und politischen Wertewandel, der nat&amp;#252;rlich im Sinne Kleibers lag. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen&amp;#252;ber der Politik und ihren Protagonisten hegte Carlos Kleiber zeitlebens ein gro&amp;#223;es Misstrauen, nicht zuletzt wegen der Erfahrungen seines Vaters und der eigenen Erlebnisse in der schwierigen Zeit der Bundesrepublik und &amp;#214;sterreich der 50er- und 60er-Jahre. Wie tief Kleibers Antipathie gegen&amp;#252;ber Politik und Politikern war, zeigte sich beispielsweise, als er 1989 auf Initiative des damaligen Bundespr&amp;#228;sidenten Richard von Weizs&amp;#228;cker ein Bundespr&amp;#228;sidentenkonzert in Berlin dirigieren sollte. Dass er in Weizs&amp;#228;cker eine positive Ausnahmeerscheinung in der Politik sah, trug ma&amp;#223;geblich dazu bei, dass er dieses Konzert &amp;#8211; sowie ein weiteres im Jahre 1994 &amp;#8211; mit dem Philharmonischen Orchester Berlin bestritt.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Prinzipiell l&amp;#228;sst sich wohl sagen, dass es Kleiber nie um politische oder gar parteipolitische Doktrinen ging, sondern um eine freiheitliche, offene, aufgeschlossene, soziale und gerechte Gesellschaft.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/10/05/offener-geist-ohne-politische-ambitionen&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />War Kleiber ein politischer Mensch und welche &#220;berzeugungen hatte er? Keine leichte Frage, die da unl&#228;ngst in einem ausl&#228;ndischen Blog diskutiert wurde. Angeregt wurde sie von einigen, des Deutschen nur bedingt m&#228;chtigen Kleiber-Interessierten nach der insofern nicht einfachen Lekt&#252;re meines Buches. Speziell meine Anmerkungen zu den sp&#228;ten 60er-Jahren kamen hier zur Sprache, eine hochpolitische Zeit voller gesellschaftlicher Umbr&#252;che.<br />
Carlos Kleiber war wie sein Vater eigentlich kein politischer Mensch. Erich Kleiber wurde mehrfach gegen seinen Willen in die Politik verwickelt: in Nazi-Deutschland, w&#228;hrend der Emigration und sp&#228;ter durch sein Engagement in Ostberlin. Das Schicksal seines Vaters pr&#228;gte auch Carlos Kleiber. Er reagierte sehr heftig, wenn sein Vater mit den Nazis in Verbindung gebracht wurde und zeigte sich als strikter Gegner des Nationalsozialismus sowie rechter Str&#246;mungen. Politisch aktiv wurde er jedoch nicht &#8211; seine politischen &#196;u&#223;erungen waren h&#228;ufig emotional und situationsbezogen. 
<br /><br />
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs besa&#223;en in Deutschland noch immer viele Menschen Macht und Einfluss, die bereits w&#228;hrend des &#8222;Dritten Reiches&#8220; eine unr&#252;hmliche Rolle gespielt hatten. F&#252;r Carlos Kleiber waren diese ein rotes Tuch. <br />
<br />
Zur&#252;ckgekehrte Emigranten erfuhren in Deutschland und &#214;sterreich nach dem Krieg noch lange Misstrauen und Ablehnung. Erich Kleiber machte solch bittere Erfahrungen und auch sein Sohn wurde damit immer wieder konfrontiert. Die deutsche Gesellschaft befand sich in den 60er-Jahren in einer schwierigen Phase. Eine konservative Politik, die nach wie vor den reaktion&#228;ren, autorit&#228;ren Geist gro&#223;er Teile der Bev&#246;lkerung widerspiegelte, sah sich zunehmend mit einem wachsenden Drang nach mehr Demokratie, Freiheit und Offenheit konfrontiert, der sich schlie&#223;lich in der so genannten 68er-Bewegung Luft machte. Diese forderte eine Aufarbeitung der NS-Zeit und einen gesellschaftlichen Wandel, sie brachte die Gesellschaft ins Wanken.
<br /><br />
Verst&#228;ndlich, dass Carlos Kleiber, der verkrustete Strukturen hasste und im Denken eher ein Freigeist war, dieser linksorientierte Aufbruch nicht unber&#252;hrt lie&#223;. An politischen Aktionen aber beteiligte er sich offenbar nicht. &#220;ber politische Themen sprach Kleiber nur im privaten Kreis, mit Freunden und guten Bekannten. Wie gro&#223;e Teile der j&#252;ngeren Generationen, wandte er sich in solchen Gespr&#228;chen beispielsweise gegen den Vietnam-Krieg und damit gegen die Politik der USA. Bemerkungen wie jene, dass er das Dirigieren aufgeben und in Vietnam aktiv werden wolle, entsprangen aber emotionalen Momenten und besagen nicht, dass Kleiber dies wirklich vorhatte. Dass er eine Mao-Bibel besa&#223;, hei&#223;t ebenfalls nicht viel. Sie war damals in Deutschland bei j&#252;ngeren Leuten sehr verbreitet und Kleiber auf der anderen Seite wissbegierig und intellektuell stets sehr aufgeschlossen, auch gegen&#252;ber Gesellschaftstheorien und anderen Kulturen.<br />
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In sp&#228;teren Jahren reiste er sehr viel, um die Welt und ihre Menschen kennenzulernen. W&#228;hrend seiner ersten Japan-Tour, 1974, besch&#228;ftigte er sich derart intensiv mit dem Buddhismus, dass Nahestehende ihn bereits zu einem Buddhisten werden sahen. Wenngleich er wohl kaum an eine Wiedergeburt glaubte, d&#252;rften ihn gewisse grundlegende, universelle Sichtweisen dieser Lehre beeindruckt haben. Nach der Reise jedoch gingen diese wohl in seinem geistigen Kosmos auf, ohne dass er sich einer bestimmten Religion verpflichtet f&#252;hlte. Auffallend aber war immer seine gro&#223;e Toleranz.
<br /><br />
Politisch nachhaltig f&#252;r Carlos Kleiber blieben auch seine Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus in Ost-Berlin, wo sein Vater, frustriert von der politischen F&#252;hrung der DDR, 1955 an der Berliner Staatsoper das Handtuch warf und in den Westen zog, nur um dann dort zuweilen als Kommunist verunglimpft zu werden. Bis zu seinem Tod hatte er darunter zu leiden. Mit linken Ideen jedoch war Carlos bereits in Kuba in Ber&#252;hrung gekommen. Seine Mutter etwa war eine gute Bekannte von Fidel Castro. Tendenziell stand Kleiber im Denken wohl Ideen nahe, die in Deutschland von Linksorientierten vertreten wurden. Dies aber war lange Zeit ein Merkmal gerade der j&#252;ngeren Generationen aus gutb&#252;rgerlichem Hause. Im Ganzen ging es ihnen mehr um einen gesellschaftlichen und politischen Wertewandel, der nat&#252;rlich im Sinne Kleibers lag. <br />
<br />
Gegen&#252;ber der Politik und ihren Protagonisten hegte Carlos Kleiber zeitlebens ein gro&#223;es Misstrauen, nicht zuletzt wegen der Erfahrungen seines Vaters und der eigenen Erlebnisse in der schwierigen Zeit der Bundesrepublik und &#214;sterreich der 50er- und 60er-Jahre. Wie tief Kleibers Antipathie gegen&#252;ber Politik und Politikern war, zeigte sich beispielsweise, als er 1989 auf Initiative des damaligen Bundespr&#228;sidenten Richard von Weizs&#228;cker ein Bundespr&#228;sidentenkonzert in Berlin dirigieren sollte. Dass er in Weizs&#228;cker eine positive Ausnahmeerscheinung in der Politik sah, trug ma&#223;geblich dazu bei, dass er dieses Konzert &#8211; sowie ein weiteres im Jahre 1994 &#8211; mit dem Philharmonischen Orchester Berlin bestritt.
<br /><br />
Prinzipiell l&#228;sst sich wohl sagen, dass es Kleiber nie um politische oder gar parteipolitische Doktrinen ging, sondern um eine freiheitliche, offene, aufgeschlossene, soziale und gerechte Gesellschaft.</p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/10/05/offener-geist-ohne-politische-ambitionen">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/10/05/offener-geist-ohne-politische-ambitionen#comments</comments>
		</item>
				<item>
			<title>Biografie in Broschur und Kleiber-Renaissance</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/09/20/biografie-in-broschur-und-kleiber-renais</link>
			<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 10:10:52 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">52@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Kleiber/Kleiber_TB-Ausgabe_Rahmen.jpg&quot; /&gt;80 Jahre alt w&amp;#228;re Carlos Kleiber im Juli 2010 geworden. Ein idealer Anlass also, die parallel weiterlaufende, gebundene Ausgabe meiner Biografie &amp;#252;ber den Dirigenten als Taschenbuch herauszubringen. Diese neue Auflage umfasst einige Erg&amp;#228;nzungen, Aktualisierungen und kleinere Korrekturen. Besonders ins Auge sticht nat&amp;#252;rlich, dass das Cover ebenfalls neu gestaltet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Anfang an w&amp;#252;nschte ich mir ein Bild Kleibers in j&amp;#252;ngeren Jahren. Gerne h&amp;#228;tte ich auf der Erstausgabe das beeindruckende Foto Werner Schloskes gesehen, das dieser w&amp;#228;hrend Kleibers &amp;#8222;Elektra&amp;#8220;-Premiere 1971 in Stuttgart schoss. Grafische Gesichtspunkte, speziell der hohe Schwarzanteil des Originals, gaben dann jedoch bei der Produktion im Verlag den Ausschlag, ein anderes Motiv zu w&amp;#228;hlen. Nat&amp;#252;rlich fand es im Buch dennoch einen Ehrenplatz. F&amp;#252;r mich besa&amp;#223; dieses Bild, abgesehen von einem k&amp;#252;nstlerischen, nicht allein einen wesenshaften Aspekt, sondern auch einen mahnenden. &amp;#220;ber Jahre hinweg begleitete mich das Foto Tag f&amp;#252;r Tag auf meinem Handy, stets dazu angetan, mich anzuspornen, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte, nicht aus den Augen zu verlieren.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Bereits in der sich abzeichnenden Phase seines endg&amp;#252;ltigen R&amp;#252;ckzugs aus dem Musikgeschehen wurde Kleiber vor allem als &amp;#228;lterer Herr wahrgenommen, &amp;#252;ber dessen psychische Befindlichkeit und m&amp;#246;gliche Gebrechen immer wieder spekuliert wurde. Fast schien es so, als sei der strahlende, energiegeladene Mann von einst in Vergessenheit geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Foto auf der neuen Taschenbuchausgabe zeigt nun diesen jungen Kleiber, auf dem Sprung zum Weltruhm, freudig, tatendurstig und ungebrochen in der Musik aufgehend. Ein Motiv, das j&amp;#252;ngere Generationen gewiss direkter anzusprechen vermag. Wer anderes als Carlos Kleiber h&amp;#228;tte in Zeiten eines aussterbenden Dirigentenolymps junge Menschen an die klassische Musik heranf&amp;#252;hren und sie f&amp;#252;r diese begeistern k&amp;#246;nnen? Es gibt wohl kaum eine Pop-Ikone, die vor seinem Charisma, seiner Ausstrahlung und seinem Feuer nicht verblasst w&amp;#228;re. Carlos Kleiber gelang es, diese Begeisterung bei vielen J&amp;#252;ngeren zu entfachen, wenngleich nicht in dem Ma&amp;#223;, wie es in seiner Macht gestanden h&amp;#228;tte. Immer seltenere Auftritte, seine &amp;#246;ffentliche Nichtpr&amp;#228;senz und besonders die fr&amp;#252;he Abkehr von Plattenaufnahmen bef&amp;#246;rderten nicht gerade die Wahrnehmung seiner Person in der breiten Musik&amp;#246;ffentlichkeit.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Vor seinem Tod war Kleiber praktisch von der Bildfl&amp;#228;che verschwunden. Die weltweiten Nachrufe zu seinem Tod im Jahre 2004 belegten jedoch, dass er keineswegs vergessen war. Allein, der Mensch und K&amp;#252;nstler Kleiber, &amp;#252;ber den kaum etwas bekannt war und der best&amp;#228;ndig missverstanden wurde, bedufte dessen, was bis dahin unm&amp;#246;glich schien: einer Biografie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser wollte ich bewusst den Ansto&amp;#223; zu einer Kleiber-Renaissance geben. Die Diskussionen um Kleiber, der nun endlich ganzheitlich wahrgenommen werden kann, wurden durch diese Ver&amp;#246;ffentlichung zu neuem Leben erweckt. Zuweilen kursieren in den Medien noch alte Geschichten, unreflektierte und l&amp;#228;ngst &amp;#252;berholte Einsch&amp;#228;tzungen und Informationen. Wer jedoch gewillt ist, dem wahren Kleiber nahezukommen, kann dies nun in reichem Ma&amp;#223; tun.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nat&amp;#252;rlich erhielt ich nicht wenige Zuschriften von bew&amp;#228;hrten Klassik-Liebhabern, einige noch sauber auf der Schreibmaschine getippt. Mich freute jedoch sehr, dass sich auch eine erkleckliche Zahl j&amp;#252;ngerer Menschen an mich wandte, fast ausnahmslos per E-Mail oder, beinahe selbstredend, &amp;#252;ber Facebook. Der j&amp;#252;ngste Leser war gerade 17 Jahre alt. Reaktionen kamen aus der ganzen Welt &amp;#8211; keineswegs immer von Leserinnen und Lesern, sondern h&amp;#228;ufig von Interessenten, die mangels deutscher oder japanischer Sprachkenntnisse auch au&amp;#223;erhalb der USA oder Gro&amp;#223;britannien zumindest auf eine englische &amp;#220;bersetzung hoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine 46-j&amp;#228;hrige Chinesin aus Hongkong, die den ersten Band der japanischen Ausgabe erwerben konnte, schrieb mir, dass sie Japanisch doch nicht verstehe, obwohl sie ganz erstaunt gewesen sei, dass die Schriftzeichen den ihren irgendwie &amp;#228;hnlich s&amp;#228;hen.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Japanische Kleiber-Fans k&amp;#246;nnen sich da entspannt bei der Lekt&amp;#252;re zur&amp;#252;cklehnen. Mich &amp;#252;berraschte v&amp;#246;llig, dass viele von ihnen die deutsche Ausgabe gleich noch dazu kaufen. Offenbar ist die alte tiefe Liebe zwischen Japan und Kleiber frisch wie bei seinem letzten Auftritt in Tokyo, 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;Weiterf&amp;#252;hrende Links:&lt;/h3&gt;
&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.facebook.com/people/Alexander-Werner/1020890889&quot;&gt;Alexander Werner auf Facebook&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-musik.de/shop/2/show,275130.html&quot;&gt;Link zur Taschenbuchausgabe bei Schott&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/09/20/biografie-in-broschur-und-kleiber-renais&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Kleiber/Kleiber_TB-Ausgabe_Rahmen.jpg" />80 Jahre alt w&#228;re Carlos Kleiber im Juli 2010 geworden. Ein idealer Anlass also, die parallel weiterlaufende, gebundene Ausgabe meiner Biografie &#252;ber den Dirigenten als Taschenbuch herauszubringen. Diese neue Auflage umfasst einige Erg&#228;nzungen, Aktualisierungen und kleinere Korrekturen. Besonders ins Auge sticht nat&#252;rlich, dass das Cover ebenfalls neu gestaltet wurde.<br />
<br />
Von Anfang an w&#252;nschte ich mir ein Bild Kleibers in j&#252;ngeren Jahren. Gerne h&#228;tte ich auf der Erstausgabe das beeindruckende Foto Werner Schloskes gesehen, das dieser w&#228;hrend Kleibers &#8222;Elektra&#8220;-Premiere 1971 in Stuttgart schoss. Grafische Gesichtspunkte, speziell der hohe Schwarzanteil des Originals, gaben dann jedoch bei der Produktion im Verlag den Ausschlag, ein anderes Motiv zu w&#228;hlen. Nat&#252;rlich fand es im Buch dennoch einen Ehrenplatz. F&#252;r mich besa&#223; dieses Bild, abgesehen von einem k&#252;nstlerischen, nicht allein einen wesenshaften Aspekt, sondern auch einen mahnenden. &#220;ber Jahre hinweg begleitete mich das Foto Tag f&#252;r Tag auf meinem Handy, stets dazu angetan, mich anzuspornen, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte, nicht aus den Augen zu verlieren.
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Bereits in der sich abzeichnenden Phase seines endg&#252;ltigen R&#252;ckzugs aus dem Musikgeschehen wurde Kleiber vor allem als &#228;lterer Herr wahrgenommen, &#252;ber dessen psychische Befindlichkeit und m&#246;gliche Gebrechen immer wieder spekuliert wurde. Fast schien es so, als sei der strahlende, energiegeladene Mann von einst in Vergessenheit geraten.<br />
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Das Foto auf der neuen Taschenbuchausgabe zeigt nun diesen jungen Kleiber, auf dem Sprung zum Weltruhm, freudig, tatendurstig und ungebrochen in der Musik aufgehend. Ein Motiv, das j&#252;ngere Generationen gewiss direkter anzusprechen vermag. Wer anderes als Carlos Kleiber h&#228;tte in Zeiten eines aussterbenden Dirigentenolymps junge Menschen an die klassische Musik heranf&#252;hren und sie f&#252;r diese begeistern k&#246;nnen? Es gibt wohl kaum eine Pop-Ikone, die vor seinem Charisma, seiner Ausstrahlung und seinem Feuer nicht verblasst w&#228;re. Carlos Kleiber gelang es, diese Begeisterung bei vielen J&#252;ngeren zu entfachen, wenngleich nicht in dem Ma&#223;, wie es in seiner Macht gestanden h&#228;tte. Immer seltenere Auftritte, seine &#246;ffentliche Nichtpr&#228;senz und besonders die fr&#252;he Abkehr von Plattenaufnahmen bef&#246;rderten nicht gerade die Wahrnehmung seiner Person in der breiten Musik&#246;ffentlichkeit.
<br /><br />
Vor seinem Tod war Kleiber praktisch von der Bildfl&#228;che verschwunden. Die weltweiten Nachrufe zu seinem Tod im Jahre 2004 belegten jedoch, dass er keineswegs vergessen war. Allein, der Mensch und K&#252;nstler Kleiber, &#252;ber den kaum etwas bekannt war und der best&#228;ndig missverstanden wurde, bedufte dessen, was bis dahin unm&#246;glich schien: einer Biografie.<br />
<br />
Mit dieser wollte ich bewusst den Ansto&#223; zu einer Kleiber-Renaissance geben. Die Diskussionen um Kleiber, der nun endlich ganzheitlich wahrgenommen werden kann, wurden durch diese Ver&#246;ffentlichung zu neuem Leben erweckt. Zuweilen kursieren in den Medien noch alte Geschichten, unreflektierte und l&#228;ngst &#252;berholte Einsch&#228;tzungen und Informationen. Wer jedoch gewillt ist, dem wahren Kleiber nahezukommen, kann dies nun in reichem Ma&#223; tun.
<br /><br />
Nat&#252;rlich erhielt ich nicht wenige Zuschriften von bew&#228;hrten Klassik-Liebhabern, einige noch sauber auf der Schreibmaschine getippt. Mich freute jedoch sehr, dass sich auch eine erkleckliche Zahl j&#252;ngerer Menschen an mich wandte, fast ausnahmslos per E-Mail oder, beinahe selbstredend, &#252;ber Facebook. Der j&#252;ngste Leser war gerade 17 Jahre alt. Reaktionen kamen aus der ganzen Welt &#8211; keineswegs immer von Leserinnen und Lesern, sondern h&#228;ufig von Interessenten, die mangels deutscher oder japanischer Sprachkenntnisse auch au&#223;erhalb der USA oder Gro&#223;britannien zumindest auf eine englische &#220;bersetzung hoffen.<br />
<br />
Eine 46-j&#228;hrige Chinesin aus Hongkong, die den ersten Band der japanischen Ausgabe erwerben konnte, schrieb mir, dass sie Japanisch doch nicht verstehe, obwohl sie ganz erstaunt gewesen sei, dass die Schriftzeichen den ihren irgendwie &#228;hnlich s&#228;hen.
<br /><br />
Japanische Kleiber-Fans k&#246;nnen sich da entspannt bei der Lekt&#252;re zur&#252;cklehnen. Mich &#252;berraschte v&#246;llig, dass viele von ihnen die deutsche Ausgabe gleich noch dazu kaufen. Offenbar ist die alte tiefe Liebe zwischen Japan und Kleiber frisch wie bei seinem letzten Auftritt in Tokyo, 1994.<br />
<br /></p>
<h3>Weiterf&#252;hrende Links:</h3>
<ul>
  <li><a href="http://www.facebook.com/people/Alexander-Werner/1020890889">Alexander Werner auf Facebook</a></li>
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</ul><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/09/20/biografie-in-broschur-und-kleiber-renais">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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		</item>
				<item>
			<title>Zum 80. Geburtstag von Carlos Kleiber</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/07/03/neugestaltete-broschur-ausgabe-der-kleib</link>
			<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 08:10:09 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">51@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;80 Jahre alt w&amp;#228;re Carlos Kleiber am 3. Juli 2010 geworden. Ein Geburtstag, der einmal mehr Anlass gibt, den gro&amp;#223;en Dirigenten weltweit zu w&amp;#252;rdigen. Ob in der Presse, im Rundfunk oder im Fernsehen, die zahlreichen Beitr&amp;#228;ge zeugen davon, wie nachhaltig Kleibers Wirkung ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Insbesondere seit Erscheinen der von mir verfassten Biografie Ende 2007 hat sich viel bewegt. Erst diese umfassende Aufarbeitung von Kleibers Leben und Karriere erm&amp;#246;glichte vielfach eine weitaus differenziertere Berichterstattung. Zuvor blieb die Auseinandersetzung weitgehend redundant oder spekulativ.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch Filmprojekte kommen nun endlich in Gang, nachdem bereits einige Vorhaben in der Vergangenheit an rechtlichen Problemen gescheitert waren. Der Knackpunkt war stets, dass von Seiten der Erben, die seit Mitte der 70er-Jahre in Besitz der Senderechte an Filmausschnitten von Auff&amp;#252;hrungen Kleibers sind, keine Sendegenehmigungen erteilt wurden. Die erste Filmdokumentation, an der ich ebenfalls beteiligt war und die nun im Juli von ServusTV Salzburg ausgestrahlt wird, beweist, dass ein Portr&amp;#228;t Kleibers auch ohne dieses Material m&amp;#246;glich ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anl&amp;#228;sslich des Geburtstags erscheint im Juli eine broschierte Neuausgabe meiner Kleiber-Biografie. Der g&amp;#252;nstige Preis und das neugestaltete Cover mit einem Foto des j&amp;#252;ngeren Kleiber kommen gewiss auch einem j&amp;#252;ngeren Publikum entgegen. Dar&amp;#252;ber hinaus wurde der Text, wie bereits in der parallel weiterlaufenden zweiten Auflage der gebundenen Ausgabe, bearbeitet und aktualisiert. Ein weiterer Schritt also, um Kleiber einer noch gr&amp;#246;&amp;#223;eren Zahl von  Musikfreunden nahezubringen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weiterf&amp;#252;hrende Links:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de/leben-und-karriere/lubljana-zum-80.html&quot;&gt;Beitrag von Alexander Werner zum Gedenkkonzert der Wiener Philharmoniker zum 80. Geburtstag von Carlos Kleiber in Ljubljana&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de&quot;&gt;Hinweise zur Broschur-Ausgabe von &amp;#8222;Carlos Kleiber. Eine Biografie&amp;#8220;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de/component/content/article/12-newsflash/122-tv-dokumentation.html&quot;&gt;Filmdokumentation &amp;#252;ber Carlos Kleiber im Fernsehen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/07/03/neugestaltete-broschur-ausgabe-der-kleib&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />80 Jahre alt w&#228;re Carlos Kleiber am 3. Juli 2010 geworden. Ein Geburtstag, der einmal mehr Anlass gibt, den gro&#223;en Dirigenten weltweit zu w&#252;rdigen. Ob in der Presse, im Rundfunk oder im Fernsehen, die zahlreichen Beitr&#228;ge zeugen davon, wie nachhaltig Kleibers Wirkung ist. </p>

<p>Insbesondere seit Erscheinen der von mir verfassten Biografie Ende 2007 hat sich viel bewegt. Erst diese umfassende Aufarbeitung von Kleibers Leben und Karriere erm&#246;glichte vielfach eine weitaus differenziertere Berichterstattung. Zuvor blieb die Auseinandersetzung weitgehend redundant oder spekulativ.</p>

<p>Auch Filmprojekte kommen nun endlich in Gang, nachdem bereits einige Vorhaben in der Vergangenheit an rechtlichen Problemen gescheitert waren. Der Knackpunkt war stets, dass von Seiten der Erben, die seit Mitte der 70er-Jahre in Besitz der Senderechte an Filmausschnitten von Auff&#252;hrungen Kleibers sind, keine Sendegenehmigungen erteilt wurden. Die erste Filmdokumentation, an der ich ebenfalls beteiligt war und die nun im Juli von ServusTV Salzburg ausgestrahlt wird, beweist, dass ein Portr&#228;t Kleibers auch ohne dieses Material m&#246;glich ist. </p>

<p>Anl&#228;sslich des Geburtstags erscheint im Juli eine broschierte Neuausgabe meiner Kleiber-Biografie. Der g&#252;nstige Preis und das neugestaltete Cover mit einem Foto des j&#252;ngeren Kleiber kommen gewiss auch einem j&#252;ngeren Publikum entgegen. Dar&#252;ber hinaus wurde der Text, wie bereits in der parallel weiterlaufenden zweiten Auflage der gebundenen Ausgabe, bearbeitet und aktualisiert. Ein weiterer Schritt also, um Kleiber einer noch gr&#246;&#223;eren Zahl von  Musikfreunden nahezubringen. </p>

<p>Weiterf&#252;hrende Links:</p>

<ul>
  <li><a href="http://www.carlos-kleiber.de/leben-und-karriere/lubljana-zum-80.html">Beitrag von Alexander Werner zum Gedenkkonzert der Wiener Philharmoniker zum 80. Geburtstag von Carlos Kleiber in Ljubljana</a><br /><br />
</li>
  <li><a href="http://www.carlos-kleiber.de">Hinweise zur Broschur-Ausgabe von &#8222;Carlos Kleiber. Eine Biografie&#8220;</a><br /><br />
</li>
  <li><a href="http://www.carlos-kleiber.de/component/content/article/12-newsflash/122-tv-dokumentation.html">Filmdokumentation &#252;ber Carlos Kleiber im Fernsehen</a></li>
</ul><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/07/03/neugestaltete-broschur-ausgabe-der-kleib">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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			<title>Carlos Kleibers Auftritte &#8211; eine Frage des Honorars?</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/06/24/carlos-kleibers-auftritte-eine-frage-des</link>
			<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 13:14:51 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">50@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;Carlos Kleiber und das Geld: Dieses Thema schlachtete die Presse immer wieder gerne aus. Aber waren seine Honorarforderungen wirklich so spektakul&amp;#228;r, wie oft behauptet wurde? &amp;#220;berzogen gar oder dreist? Dirigierte er etwa nur wegen einer h&amp;#246;chstm&amp;#246;glichen Gage? Annahmen, die einmal mehr am vielschichtigen Wesen dieses Mannes vorbeigehen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Carlos Kleibers Talent, sich zu vermarkten, war sp&amp;#228;rlich ausgepr&amp;#228;gt. Herbert von Karajan war da ein ganz anderes Kaliber. Nur selten lie&amp;#223; sich Kleiber auf Agenten ein. Verhandlungen &amp;#252;ber seine Auftritte, Vertr&amp;#228;ge und Honorare f&amp;#252;hrte er selbst.&lt;br /&gt;
Zu Beginn seiner Karriere verdiente er gemessen an &amp;#252;blichen Bez&amp;#252;gen nicht viel und f&amp;#252;hrte Anfang der 60er Jahre ein sehr bescheidenes Leben. Von seiner Mutter Ruth erhielt er keine zus&amp;#228;tzliche finanzielle Unterst&amp;#252;tzung, wie er gelegentlich privat &amp;#228;u&amp;#223;erte. Als diese 1967 starb, hatte sich seine Lebenssituation jedoch wesentlich ver&amp;#228;ndert. Inzwischen war er Vater und fest entschlossen, alles daf&amp;#252;r zu tun, seine Familie stets gut versorgt zu wissen. Schon damals lie&amp;#223; er verlauten, er dirigiere nur solange, bis dies gesichert sei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sein Gehalt an der Stuttgarter Staatsoper war schon recht gut, &amp;#252;berschritt jedoch nicht ein vorgesehenes Maximum. Die entsprechenden Verhandlungen hatte er dem Haus nicht leicht gemacht hatte. Doch Kleiber erhielt lediglich Urlaubszugest&amp;#228;ndnisse und konnte sich keine allzu gro&amp;#223;en Spr&amp;#252;nge erlauben, die seinem Wesen ohnehin fernlagen. Ohne das Bed&amp;#252;rfnis nach gehobener Wohnkultur oder Luxus mietete er sich g&amp;#252;nstig auf dem Land ein. In das M&amp;#252;nchner Nobelviertel Gr&amp;#252;nwald verschlug es ihn sp&amp;#228;ter eher durch Zufall. Auch dort lebte er bis zuletzt bescheiden und zur&amp;#252;ckgezogen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ab Anfang der 70er Jahre war Kleiber endg&amp;#252;ltig davon erl&amp;#246;st, sich in eine feste Anstellung zw&amp;#228;ngen zu m&amp;#252;ssen. Viele der hoch dotierten Angebote, die aus aller Welt bei ihm eintrafen, las er nicht einmal, vor allem dann nicht, wenn sie aus den USA kamen. Stimmten jedoch die Voraussetzungen und das Ambiente, trat er stattdessen f&amp;#252;r erheblich weniger Geld ans Pult. F&amp;#252;r einen Dirigenten seines Formats stellte er sicherlich keine unangemessenen Forderungen. So hatte man sich etwa beim SDR in Stuttgart 1970 problemlos geeinigt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Manche Engagements scheiterten nur vordergr&amp;#252;ndig an Kleibers finanziellen Anspr&amp;#252;chen. Nicht alle waren ihm gewogen, wohl auch nicht der einstige Intendant des Philharmonischen Orchesters Berlin, Wolfgang Stresemann, der ihm einmal ein eher halbherziges Angebot unterbreitete. Nach seinem &amp;#8222;Nein&amp;#8220; zu Kleibers Gagenvorstellungen unternahm er keine weiteren Verhandlungsschritte und wunderte sich im Nachhinein, dass er nichts mehr von ihm h&amp;#246;rte. Nicht alle waren bereit, dem Jungstar das zu geben, was altbew&amp;#228;hrte oder willf&amp;#228;hrigere Kollegen erhielten. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8222;Sternstunden&amp;#8220; erwarteten jedoch alle von ihm. Meist wurde dabei vergessen, mit welchem Feuereifer Kleiber sich in seine Aufgaben st&amp;#252;rzte. Sein f&amp;#252;r manche zuweilen an Besessenheit grenzender Einsatz beschr&amp;#228;nkte sich keineswegs auf Proben und Auff&amp;#252;hrungen. Seine akribischen und intensiven Vorbereitungen begannen oft schon Monate vorher und hatten manchmal zur Folge, dass er f&amp;#252;r ein Gastspiel andere absagen musste. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es konnte gef&amp;#228;hrlich werden, Kleiber vertraglich k&amp;#252;nstlerische Zugest&amp;#228;ndnisse zu machen, und diese dann nicht einzuhalten. In F&amp;#228;llen, in denen ihm das Zugesagte verweigert wurde, erwiesen sich selbst eine ausgezahlte Gage und bereits ausgebuchte S&amp;#228;le nicht als Garantie f&amp;#252;r einen dirigierenden Kleiber. Dabei bewegte er sich rechtlich stets auf der sicheren Seite. Nur wurde dies nie klar nach au&amp;#223;en weitergegeben. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Bayreuth habe er &amp;#8222;das &amp;#220;bliche&amp;#8220; bekommen, erz&amp;#228;hlte mir Wolfgang Wagner. Vermutlich war es ja doch etwas mehr, aber ma&amp;#223;voll im Vergleich zu sp&amp;#228;teren Gagen. Kleiber, der stets als schwierig galt und mehr und mehr wegen seiner Absagen und Verweigerungen ins Gerede kam, z&amp;#246;gerte h&amp;#228;ufig, einfach &amp;#8222;nein&amp;#8220; zu sagen. Er lie&amp;#223; sich nicht selten auf Verhandlungen &amp;#252;ber Engagements ein, die er gar nicht wollte. Anstelle einer Absage erwies sich f&amp;#252;r ihn die &amp;#8222;Honorarschraube&amp;#8220; als bew&amp;#228;hrtes Mittel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die sollte auch 1977 bei den Elektra-Auff&amp;#252;hrungen in Covent Garden funktionieren. Doch zur Verbl&amp;#252;ffung Kleibers akzeptierte die Royal Opera seine Forderungen. Ihm blieb nichts anderes &amp;#252;brig, als nach London zu reisen. F&amp;#252;r das Opernhaus in San Fransisco, an dem er 1977 sein USA-Deb&amp;#252;t geben sollte, verlief das &amp;#252;berraschende Versagen seiner Honorarschraube weniger glimpflich. Kleiber stand dem Engagement zun&amp;#228;chst nicht abgeneigt gegen&amp;#252;ber, solange dabei die Zusammenarbeit mit Wolfgang Windgassen in Aussicht stand. Als der S&amp;#228;nger jedoch starb, erlosch Kleibers k&amp;#252;nstlerisches Interesse schlagartig. Er wusste, dass ihn fast alle engagieren wollten, nur nicht, dass einige bereit waren, dies zu erreichen, koste es was es wolle. Kleiber &amp;#8211; fassungslos &amp;#252;ber das Versagen seiner Taktik, denn er muss immense Summen gefordert haben &amp;#8211; sagte letztendlich zum Entsetzen der Beteiligten wegen Krankheit ab. Eine der wenigen, vielleicht die einzige Episode, in der die Krankheit m&amp;#246;glicherweise vorgeschoben war. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch solche spektakul&amp;#228;ren Geschichten hatte Kleiber nicht beabsichtig. In der Regel lag es ihm fern, zu pokern. Er wusste, was er wert ist und beanspruchte, was er f&amp;#252;r angemessen hielt. Bot man ihm von vornherein mehr, lehnte er dies nicht ab. Stimmten die Bedingungen und das Vertrauen zum Gegen&amp;#252;ber, stand einer Einigung kaum etwas im Wege. Meist waren f&amp;#252;r einen Auftritt Kleibers nicht die Gagen ausschlaggebend, sondern das pers&amp;#246;nliche Engagement ihm in irgendeiner Weise naher Menschen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In M&amp;#252;nchen f&amp;#252;hlte er sich wohl. Die Stadt wurde zu seiner Hochburg mit anfangs reizvollen k&amp;#252;nstlerischen Herausforderungen. An keinem anderen Ort dirigierte Kleiber so oft und so viele Werke. &amp;#8222;Aber warum immer wieder den Rosenkavalier?&amp;#8220;, fragte ich einen Freund Kleibers. &amp;#8222;Wegen der regelm&amp;#228;&amp;#223;igen Eink&amp;#252;nfte, mit denen er schon in Stuttgart seinen Lebensunterhalt sicherte&amp;#8220;, so die Antwort. Seiner Gewissenhaftigkeit und seinem Eifer tat dies keinen Abbruch. Zunehmend trugen gewiss k&amp;#252;nstlerische wie auch pers&amp;#246;nliche Gr&amp;#252;nde dazu bei, dass Neuninszenierungen immer seltener wurden. Allein schon durch den Weggang des Intendanten G&amp;#252;nther Rennert lockerte sich Kleibers Verh&amp;#228;ltnis zur Staatsoper erheblich. &lt;br /&gt;
Wie Wolfgang Sawallisch, Generalmusikdirektor und sp&amp;#228;ter Staatsoperndirektor in M&amp;#252;nchen, mir erz&amp;#228;hlte, konnte es passieren, dass Kleiber vor einer Auff&amp;#252;hrung pl&amp;#246;tzlich doch noch eine h&amp;#246;here Gage forderte. Kein Wunder, denn in den 80er Jahren trat er merklich seltener ans Pult und verlangte dementsprechend mehr. Offenbar f&amp;#252;hrte dies aber nicht zu Konflikten. Kleiber war &amp;#252;berall ein Garant f&amp;#252;r volle H&amp;#228;user und sorgte f&amp;#252;r &amp;#246;ffentliches Aufsehen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;F&amp;#252;r manchen Intendanten bedeutete es den H&amp;#246;hepunkt der Amtszeit, ihn wenigstens einmal zu gewinnen. Andere verzichteten lieber auf diese Ehre, insbesondere w&amp;#228;hrend der rasanten Aufstiegsphase Kleibers. Grischa Barfuss lehnte eine Zusammenarbeit mit ihm 1964, noch vor seinem Amtsantritt als Generalintendant an der Deutschen Oper am Rhein, ab: Kleiber mache zu viel &amp;#196;rger. In Stuttgart fiel er 1972 nach dem Intendantenwechsel zum Leidwesen des Publikums in Ungnade. 1974 blieb August Everding an der Hamburgischen Staatsoper unnachgiebig, als Kleiber auf zus&amp;#228;tzliche Falstaff -Proben im Orchestergraben bestand. Die Premiere fand ohne Kleiber statt. Eine sp&amp;#228;ter im Jahr geplante Rosenkavalier-Auff&amp;#252;hrung ging im &amp;#196;rger &amp;#252;ber Kleibers Spesenerwartungen und wegen dessen folgender Krankmeldung unter. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kleiber war ein durchaus sparsamer Mensch, der dazu neigte, Dienste mit Freikarten zu verg&amp;#252;ten, sogar die von Anw&amp;#228;lten. Er lie&amp;#223; sich auch gerne zum Essen einladen, ohne dabei nobel speisen zu m&amp;#252;ssen. Er hatte wenig Vertrauen in Banken, wie mir ein guter Bekannter Kleibers berichtete, und f&amp;#252;rchtete um sein Erspartes. Auch hier spielte der Einfluss seines Vaters Erich Kleiber eine nicht unwesentliche Rolle, der durch die Weltwirtschaftskrise einen finanzielle Einbruch erlebt hatte. Und obwohl sein Vater sehr gut verdient hatte, musste Carlos Kleiber erfahren, welche Summen dieser f&amp;#252;r den Lebensunterhalt seiner Familie sowie f&amp;#252;r teure Ausbildungen ben&amp;#246;tigte und wie er dann im besten Dirigentenalter pl&amp;#246;tzlich verstarb. Auch ihm wurde nachgesagt, bei Bedarf seine Gage schon mal nach oben zu korrigieren. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber w&amp;#228;re es Carlos Kleiber nur um Geld gegangen, h&amp;#228;tte er seine Einnahmen durch Gastspiele und Plattenproduktionen vervielfachen k&amp;#246;nnen. Gewiss konnte ihn da und dort ein sattes Honorar leichter &amp;#252;berzeugen, beispielsweise bei den Wiener Neujahrskonzerten 1989 und 1992, die er nicht unbedingt h&amp;#228;tte dirigieren m&amp;#252;ssen. Manch alter Weggef&amp;#228;hrte, der sich endlich Beethovens oder Schuberts Neunte von ihm gew&amp;#252;nscht h&amp;#228;tte, sch&amp;#252;ttelte &amp;#252;ber diese Engagements den Kopf. Mit dem Ger&amp;#252;cht, dass Kleiber die Tontr&amp;#228;gerrechte an den Mitschnitten quasi versteigert habe, n&amp;#228;hrten die Medien den Verdacht, dass Kleibers Honorar die wesentliche Rolle gespielt habe. Ein zweites Mal wollte Kleiber sich diesem Rummel eigentlich nicht aussetzen. Dass er 1992 f&amp;#252;r den verstorbenen Leonard Bernstein einsprang, hatte vor allem pers&amp;#246;nliche Gr&amp;#252;nde. Die Musikwelt dankt es ihm bis heute. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch sein Deb&amp;#252;t an der &amp;#8222;Met&amp;#8220;, dem weitere Auftritte folgten, wurde ihm durch ein wohl einmalig opulentes Angebot vers&amp;#252;&amp;#223;t. Doch auch hier bewog ihn das Engagement eines Mannes, n&amp;#228;mlich das Luciano Pavarottis, zu diesem Schritt. Offenbar war er New York die Gage wert. Noch heute schw&amp;#228;rmt man dort von seinen Auff&amp;#252;hrungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von gro&amp;#223;z&amp;#252;gigen Honoraren lie&amp;#223; sich Kleiber nie manipulieren. Lag ihm etwas nicht, dann lie&amp;#223; er es, egal wie hoch die Angebote gingen. Das zeigte sich deutlich in den sp&amp;#228;ten Jahren, als er zwar noch sporadisch f&amp;#252;r Film-Produktionen von Leo Kirchs Unitel oder Auff&amp;#252;hrungen an der Met dirigierte, aber ebensogut auch honorarfrei f&amp;#252;r einen guten Zweck bei den Berliner Philharmonikern oder seiner Familie zuliebe in Ljubljana. Auch f&amp;#252;r die Zusage seiner Japan-Tournee mit der Wiener Staatsoper 1994 war nicht die offenbar horrende Gage ausschlaggebend, sondern sein Wunsch, einmal mehr Japan zu sehen. Und statt auf weitaus lukrativere Angebote einzugehen, bestritt er seine letzte Konzerttournee 1999 nach pers&amp;#246;nlicher F&amp;#252;rsprache lieber mit dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Kleiber 1996 in Ingolstadt als Honorar einen Audi A8 erhielt, l&amp;#246;ste er damit ein seltsames Medienecho aus. Kleiber in der Provinz &amp;#8211; nur wegen eines Autos? Unterschlagen wurde nicht nur, dass sich dort bei den Sommerkonzerte an Donau und Altm&amp;#252;hl einige ber&amp;#252;hmte Kollegen des &amp;#214;fteren ein Stelldichein gaben, sondern auch, dass der Gegenwert des Fahrzeugs keineswegs einer &amp;#252;berh&amp;#246;hten Gage entsprach. Dabei steht au&amp;#223;er Frage, dass ihm das Auto gefiel und ihn das Angebot lockte. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kleiber lag es zeitlebens fern, Geld um seiner selbst willen oder Reicht&amp;#252;mer anzuh&amp;#228;ufen. Am Ende starb er mit der Gewissheit, genau das Ziel erreicht zu haben, das er sich Jahrzehnte zuvor gesetzt hatte.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/06/24/carlos-kleibers-auftritte-eine-frage-des&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />Carlos Kleiber und das Geld: Dieses Thema schlachtete die Presse immer wieder gerne aus. Aber waren seine Honorarforderungen wirklich so spektakul&#228;r, wie oft behauptet wurde? &#220;berzogen gar oder dreist? Dirigierte er etwa nur wegen einer h&#246;chstm&#246;glichen Gage? Annahmen, die einmal mehr am vielschichtigen Wesen dieses Mannes vorbeigehen. </p>

<p>Carlos Kleibers Talent, sich zu vermarkten, war sp&#228;rlich ausgepr&#228;gt. Herbert von Karajan war da ein ganz anderes Kaliber. Nur selten lie&#223; sich Kleiber auf Agenten ein. Verhandlungen &#252;ber seine Auftritte, Vertr&#228;ge und Honorare f&#252;hrte er selbst.<br />
Zu Beginn seiner Karriere verdiente er gemessen an &#252;blichen Bez&#252;gen nicht viel und f&#252;hrte Anfang der 60er Jahre ein sehr bescheidenes Leben. Von seiner Mutter Ruth erhielt er keine zus&#228;tzliche finanzielle Unterst&#252;tzung, wie er gelegentlich privat &#228;u&#223;erte. Als diese 1967 starb, hatte sich seine Lebenssituation jedoch wesentlich ver&#228;ndert. Inzwischen war er Vater und fest entschlossen, alles daf&#252;r zu tun, seine Familie stets gut versorgt zu wissen. Schon damals lie&#223; er verlauten, er dirigiere nur solange, bis dies gesichert sei.</p>

<p>Sein Gehalt an der Stuttgarter Staatsoper war schon recht gut, &#252;berschritt jedoch nicht ein vorgesehenes Maximum. Die entsprechenden Verhandlungen hatte er dem Haus nicht leicht gemacht hatte. Doch Kleiber erhielt lediglich Urlaubszugest&#228;ndnisse und konnte sich keine allzu gro&#223;en Spr&#252;nge erlauben, die seinem Wesen ohnehin fernlagen. Ohne das Bed&#252;rfnis nach gehobener Wohnkultur oder Luxus mietete er sich g&#252;nstig auf dem Land ein. In das M&#252;nchner Nobelviertel Gr&#252;nwald verschlug es ihn sp&#228;ter eher durch Zufall. Auch dort lebte er bis zuletzt bescheiden und zur&#252;ckgezogen. </p>

<p>Ab Anfang der 70er Jahre war Kleiber endg&#252;ltig davon erl&#246;st, sich in eine feste Anstellung zw&#228;ngen zu m&#252;ssen. Viele der hoch dotierten Angebote, die aus aller Welt bei ihm eintrafen, las er nicht einmal, vor allem dann nicht, wenn sie aus den USA kamen. Stimmten jedoch die Voraussetzungen und das Ambiente, trat er stattdessen f&#252;r erheblich weniger Geld ans Pult. F&#252;r einen Dirigenten seines Formats stellte er sicherlich keine unangemessenen Forderungen. So hatte man sich etwa beim SDR in Stuttgart 1970 problemlos geeinigt. </p>

<p>Manche Engagements scheiterten nur vordergr&#252;ndig an Kleibers finanziellen Anspr&#252;chen. Nicht alle waren ihm gewogen, wohl auch nicht der einstige Intendant des Philharmonischen Orchesters Berlin, Wolfgang Stresemann, der ihm einmal ein eher halbherziges Angebot unterbreitete. Nach seinem &#8222;Nein&#8220; zu Kleibers Gagenvorstellungen unternahm er keine weiteren Verhandlungsschritte und wunderte sich im Nachhinein, dass er nichts mehr von ihm h&#246;rte. Nicht alle waren bereit, dem Jungstar das zu geben, was altbew&#228;hrte oder willf&#228;hrigere Kollegen erhielten. </p>

<p>&#8222;Sternstunden&#8220; erwarteten jedoch alle von ihm. Meist wurde dabei vergessen, mit welchem Feuereifer Kleiber sich in seine Aufgaben st&#252;rzte. Sein f&#252;r manche zuweilen an Besessenheit grenzender Einsatz beschr&#228;nkte sich keineswegs auf Proben und Auff&#252;hrungen. Seine akribischen und intensiven Vorbereitungen begannen oft schon Monate vorher und hatten manchmal zur Folge, dass er f&#252;r ein Gastspiel andere absagen musste. </p>

<p>Es konnte gef&#228;hrlich werden, Kleiber vertraglich k&#252;nstlerische Zugest&#228;ndnisse zu machen, und diese dann nicht einzuhalten. In F&#228;llen, in denen ihm das Zugesagte verweigert wurde, erwiesen sich selbst eine ausgezahlte Gage und bereits ausgebuchte S&#228;le nicht als Garantie f&#252;r einen dirigierenden Kleiber. Dabei bewegte er sich rechtlich stets auf der sicheren Seite. Nur wurde dies nie klar nach au&#223;en weitergegeben. </p>

<p>In Bayreuth habe er &#8222;das &#220;bliche&#8220; bekommen, erz&#228;hlte mir Wolfgang Wagner. Vermutlich war es ja doch etwas mehr, aber ma&#223;voll im Vergleich zu sp&#228;teren Gagen. Kleiber, der stets als schwierig galt und mehr und mehr wegen seiner Absagen und Verweigerungen ins Gerede kam, z&#246;gerte h&#228;ufig, einfach &#8222;nein&#8220; zu sagen. Er lie&#223; sich nicht selten auf Verhandlungen &#252;ber Engagements ein, die er gar nicht wollte. Anstelle einer Absage erwies sich f&#252;r ihn die &#8222;Honorarschraube&#8220; als bew&#228;hrtes Mittel.</p>

<p>Die sollte auch 1977 bei den Elektra-Auff&#252;hrungen in Covent Garden funktionieren. Doch zur Verbl&#252;ffung Kleibers akzeptierte die Royal Opera seine Forderungen. Ihm blieb nichts anderes &#252;brig, als nach London zu reisen. F&#252;r das Opernhaus in San Fransisco, an dem er 1977 sein USA-Deb&#252;t geben sollte, verlief das &#252;berraschende Versagen seiner Honorarschraube weniger glimpflich. Kleiber stand dem Engagement zun&#228;chst nicht abgeneigt gegen&#252;ber, solange dabei die Zusammenarbeit mit Wolfgang Windgassen in Aussicht stand. Als der S&#228;nger jedoch starb, erlosch Kleibers k&#252;nstlerisches Interesse schlagartig. Er wusste, dass ihn fast alle engagieren wollten, nur nicht, dass einige bereit waren, dies zu erreichen, koste es was es wolle. Kleiber &#8211; fassungslos &#252;ber das Versagen seiner Taktik, denn er muss immense Summen gefordert haben &#8211; sagte letztendlich zum Entsetzen der Beteiligten wegen Krankheit ab. Eine der wenigen, vielleicht die einzige Episode, in der die Krankheit m&#246;glicherweise vorgeschoben war. </p>

<p>Doch solche spektakul&#228;ren Geschichten hatte Kleiber nicht beabsichtig. In der Regel lag es ihm fern, zu pokern. Er wusste, was er wert ist und beanspruchte, was er f&#252;r angemessen hielt. Bot man ihm von vornherein mehr, lehnte er dies nicht ab. Stimmten die Bedingungen und das Vertrauen zum Gegen&#252;ber, stand einer Einigung kaum etwas im Wege. Meist waren f&#252;r einen Auftritt Kleibers nicht die Gagen ausschlaggebend, sondern das pers&#246;nliche Engagement ihm in irgendeiner Weise naher Menschen. </p>

<p>In M&#252;nchen f&#252;hlte er sich wohl. Die Stadt wurde zu seiner Hochburg mit anfangs reizvollen k&#252;nstlerischen Herausforderungen. An keinem anderen Ort dirigierte Kleiber so oft und so viele Werke. &#8222;Aber warum immer wieder den Rosenkavalier?&#8220;, fragte ich einen Freund Kleibers. &#8222;Wegen der regelm&#228;&#223;igen Eink&#252;nfte, mit denen er schon in Stuttgart seinen Lebensunterhalt sicherte&#8220;, so die Antwort. Seiner Gewissenhaftigkeit und seinem Eifer tat dies keinen Abbruch. Zunehmend trugen gewiss k&#252;nstlerische wie auch pers&#246;nliche Gr&#252;nde dazu bei, dass Neuninszenierungen immer seltener wurden. Allein schon durch den Weggang des Intendanten G&#252;nther Rennert lockerte sich Kleibers Verh&#228;ltnis zur Staatsoper erheblich. <br />
Wie Wolfgang Sawallisch, Generalmusikdirektor und sp&#228;ter Staatsoperndirektor in M&#252;nchen, mir erz&#228;hlte, konnte es passieren, dass Kleiber vor einer Auff&#252;hrung pl&#246;tzlich doch noch eine h&#246;here Gage forderte. Kein Wunder, denn in den 80er Jahren trat er merklich seltener ans Pult und verlangte dementsprechend mehr. Offenbar f&#252;hrte dies aber nicht zu Konflikten. Kleiber war &#252;berall ein Garant f&#252;r volle H&#228;user und sorgte f&#252;r &#246;ffentliches Aufsehen. </p>

<p>F&#252;r manchen Intendanten bedeutete es den H&#246;hepunkt der Amtszeit, ihn wenigstens einmal zu gewinnen. Andere verzichteten lieber auf diese Ehre, insbesondere w&#228;hrend der rasanten Aufstiegsphase Kleibers. Grischa Barfuss lehnte eine Zusammenarbeit mit ihm 1964, noch vor seinem Amtsantritt als Generalintendant an der Deutschen Oper am Rhein, ab: Kleiber mache zu viel &#196;rger. In Stuttgart fiel er 1972 nach dem Intendantenwechsel zum Leidwesen des Publikums in Ungnade. 1974 blieb August Everding an der Hamburgischen Staatsoper unnachgiebig, als Kleiber auf zus&#228;tzliche Falstaff -Proben im Orchestergraben bestand. Die Premiere fand ohne Kleiber statt. Eine sp&#228;ter im Jahr geplante Rosenkavalier-Auff&#252;hrung ging im &#196;rger &#252;ber Kleibers Spesenerwartungen und wegen dessen folgender Krankmeldung unter. </p>

<p>Kleiber war ein durchaus sparsamer Mensch, der dazu neigte, Dienste mit Freikarten zu verg&#252;ten, sogar die von Anw&#228;lten. Er lie&#223; sich auch gerne zum Essen einladen, ohne dabei nobel speisen zu m&#252;ssen. Er hatte wenig Vertrauen in Banken, wie mir ein guter Bekannter Kleibers berichtete, und f&#252;rchtete um sein Erspartes. Auch hier spielte der Einfluss seines Vaters Erich Kleiber eine nicht unwesentliche Rolle, der durch die Weltwirtschaftskrise einen finanzielle Einbruch erlebt hatte. Und obwohl sein Vater sehr gut verdient hatte, musste Carlos Kleiber erfahren, welche Summen dieser f&#252;r den Lebensunterhalt seiner Familie sowie f&#252;r teure Ausbildungen ben&#246;tigte und wie er dann im besten Dirigentenalter pl&#246;tzlich verstarb. Auch ihm wurde nachgesagt, bei Bedarf seine Gage schon mal nach oben zu korrigieren. </p>

<p>Aber w&#228;re es Carlos Kleiber nur um Geld gegangen, h&#228;tte er seine Einnahmen durch Gastspiele und Plattenproduktionen vervielfachen k&#246;nnen. Gewiss konnte ihn da und dort ein sattes Honorar leichter &#252;berzeugen, beispielsweise bei den Wiener Neujahrskonzerten 1989 und 1992, die er nicht unbedingt h&#228;tte dirigieren m&#252;ssen. Manch alter Weggef&#228;hrte, der sich endlich Beethovens oder Schuberts Neunte von ihm gew&#252;nscht h&#228;tte, sch&#252;ttelte &#252;ber diese Engagements den Kopf. Mit dem Ger&#252;cht, dass Kleiber die Tontr&#228;gerrechte an den Mitschnitten quasi versteigert habe, n&#228;hrten die Medien den Verdacht, dass Kleibers Honorar die wesentliche Rolle gespielt habe. Ein zweites Mal wollte Kleiber sich diesem Rummel eigentlich nicht aussetzen. Dass er 1992 f&#252;r den verstorbenen Leonard Bernstein einsprang, hatte vor allem pers&#246;nliche Gr&#252;nde. Die Musikwelt dankt es ihm bis heute. </p>

<p>Auch sein Deb&#252;t an der &#8222;Met&#8220;, dem weitere Auftritte folgten, wurde ihm durch ein wohl einmalig opulentes Angebot vers&#252;&#223;t. Doch auch hier bewog ihn das Engagement eines Mannes, n&#228;mlich das Luciano Pavarottis, zu diesem Schritt. Offenbar war er New York die Gage wert. Noch heute schw&#228;rmt man dort von seinen Auff&#252;hrungen.</p>

<p>Von gro&#223;z&#252;gigen Honoraren lie&#223; sich Kleiber nie manipulieren. Lag ihm etwas nicht, dann lie&#223; er es, egal wie hoch die Angebote gingen. Das zeigte sich deutlich in den sp&#228;ten Jahren, als er zwar noch sporadisch f&#252;r Film-Produktionen von Leo Kirchs Unitel oder Auff&#252;hrungen an der Met dirigierte, aber ebensogut auch honorarfrei f&#252;r einen guten Zweck bei den Berliner Philharmonikern oder seiner Familie zuliebe in Ljubljana. Auch f&#252;r die Zusage seiner Japan-Tournee mit der Wiener Staatsoper 1994 war nicht die offenbar horrende Gage ausschlaggebend, sondern sein Wunsch, einmal mehr Japan zu sehen. Und statt auf weitaus lukrativere Angebote einzugehen, bestritt er seine letzte Konzerttournee 1999 nach pers&#246;nlicher F&#252;rsprache lieber mit dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks. </p>

<p>Als Kleiber 1996 in Ingolstadt als Honorar einen Audi A8 erhielt, l&#246;ste er damit ein seltsames Medienecho aus. Kleiber in der Provinz &#8211; nur wegen eines Autos? Unterschlagen wurde nicht nur, dass sich dort bei den Sommerkonzerte an Donau und Altm&#252;hl einige ber&#252;hmte Kollegen des &#214;fteren ein Stelldichein gaben, sondern auch, dass der Gegenwert des Fahrzeugs keineswegs einer &#252;berh&#246;hten Gage entsprach. Dabei steht au&#223;er Frage, dass ihm das Auto gefiel und ihn das Angebot lockte. </p>

<p>Kleiber lag es zeitlebens fern, Geld um seiner selbst willen oder Reicht&#252;mer anzuh&#228;ufen. Am Ende starb er mit der Gewissheit, genau das Ziel erreicht zu haben, das er sich Jahrzehnte zuvor gesetzt hatte.</p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/06/24/carlos-kleibers-auftritte-eine-frage-des">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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		</item>
				<item>
			<title>Rares aus der Probe</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/01/20/rares-aus-der-probe</link>
			<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 09:03:23 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">49@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;&amp;#8222;Bin ins Blaue gefahren&amp;#8220; &amp;#8211; Diese Notiz hinterlie&amp;#223; Carlos Kleiber den fassungslosen Wiener Philharmonikern, als er im Dezember 1982 das Orchester mitten in einer Probe entnervt und erz&amp;#252;rnt sitzen lie&amp;#223;. Damit platzte ein Gro&amp;#223;projekt mit mehreren Konzerten, Schallplatten- und Fernsehaufnahmen. Lorin Maazel sprang zwar in letzter Minute ein, aber das Verh&amp;#228;ltnis zwischen Kleiber und den Philharmonikern war vorerst zerr&amp;#252;ttet. Der Vorfall schien auf spektakul&amp;#228;re Weise Kleibers Ruf eines &amp;#8222;Absagers&amp;#8220; und &amp;#8222;Wegrenners&amp;#8220; zu untermauern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erst 1985 traf er wieder auf Mitglieder der Philharmoniker, als er eine Auff&amp;#252;hrungsserie von &amp;#8222;La Boh&amp;#232;me&amp;#8220; in der Staatsoper dirigierte. Am Pult der Philharmoniker stand Kleiber endlich im Jahr 1988 wieder, was die Vers&amp;#246;hnung besiegelte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Hintergr&amp;#252;nde dieser Angelegenheit habe ich ausf&amp;#252;hrlicher in meinem Buch erl&amp;#228;utert. Als dieses entstand, wusste ich indessen nicht, dass die Probe mit den Wiener Philharmonikern zu Beethovens vierter Sinfonie am 8. Dezember 1982 inoffiziell komplett aufgezeichnet wurde. Dieser unver&amp;#246;ffentlichte Tonmitschnitt ist nat&amp;#252;rlich ein spannendes Dokument, das meine Ausf&amp;#252;hrungen in der Kleiber-Biografie st&amp;#252;tzt. Deutlich h&amp;#246;rt und sp&amp;#252;rt man, wie wenig Kleiber und das Orchester zusammenfinden. Die Philharmoniker k&amp;#246;nnen oder wollen dem Dirigenten nicht folgen, seinen Willen nicht erf&amp;#252;llen. Kleiber m&amp;#252;ht sich unzufrieden und mit wachsendem Groll fast eine Stunde lang ab, bis er schlie&amp;#223;lich &amp;#8212; wohl kurz vor dem Ausbruch &amp;#8212; eine Pause ansetzt, um dann das Weite zu suchen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Derartige Probenmitschnitte in Ton oder Bild, von denen ja bereits einige ver&amp;#246;ffentlicht wurden, gew&amp;#228;hren einen unmittelbaren Einblick in Kleibers Werk- und Musikverst&amp;#228;ndnis, seine Arbeitsweise und auch in Eigenheiten seines Wesens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beispielsweise gibt es auch B&amp;#228;nder von Kleibers Probenarbeit f&amp;#252;r seine Schallplatteneinspielungen in Dresden, und zwar des &amp;#8222;Freisch&amp;#252;tz&amp;#8220; 1973 und des &amp;#8222;Tristan&amp;#8220; 1980/81. Diese anzuh&amp;#246;ren, war mir allerdings nicht verg&amp;#246;nnt. Es ist anzunehmen, dass noch weitaus mehr solcher Dokumente existieren. Einmal mehr darf man also gespannt sein.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/01/20/rares-aus-der-probe&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />&#8222;Bin ins Blaue gefahren&#8220; &#8211; Diese Notiz hinterlie&#223; Carlos Kleiber den fassungslosen Wiener Philharmonikern, als er im Dezember 1982 das Orchester mitten in einer Probe entnervt und erz&#252;rnt sitzen lie&#223;. Damit platzte ein Gro&#223;projekt mit mehreren Konzerten, Schallplatten- und Fernsehaufnahmen. Lorin Maazel sprang zwar in letzter Minute ein, aber das Verh&#228;ltnis zwischen Kleiber und den Philharmonikern war vorerst zerr&#252;ttet. Der Vorfall schien auf spektakul&#228;re Weise Kleibers Ruf eines &#8222;Absagers&#8220; und &#8222;Wegrenners&#8220; zu untermauern.</p>

<p>Erst 1985 traf er wieder auf Mitglieder der Philharmoniker, als er eine Auff&#252;hrungsserie von &#8222;La Boh&#232;me&#8220; in der Staatsoper dirigierte. Am Pult der Philharmoniker stand Kleiber endlich im Jahr 1988 wieder, was die Vers&#246;hnung besiegelte.</p>

<p>Die Hintergr&#252;nde dieser Angelegenheit habe ich ausf&#252;hrlicher in meinem Buch erl&#228;utert. Als dieses entstand, wusste ich indessen nicht, dass die Probe mit den Wiener Philharmonikern zu Beethovens vierter Sinfonie am 8. Dezember 1982 inoffiziell komplett aufgezeichnet wurde. Dieser unver&#246;ffentlichte Tonmitschnitt ist nat&#252;rlich ein spannendes Dokument, das meine Ausf&#252;hrungen in der Kleiber-Biografie st&#252;tzt. Deutlich h&#246;rt und sp&#252;rt man, wie wenig Kleiber und das Orchester zusammenfinden. Die Philharmoniker k&#246;nnen oder wollen dem Dirigenten nicht folgen, seinen Willen nicht erf&#252;llen. Kleiber m&#252;ht sich unzufrieden und mit wachsendem Groll fast eine Stunde lang ab, bis er schlie&#223;lich &#8212; wohl kurz vor dem Ausbruch &#8212; eine Pause ansetzt, um dann das Weite zu suchen.</p>

<p>Derartige Probenmitschnitte in Ton oder Bild, von denen ja bereits einige ver&#246;ffentlicht wurden, gew&#228;hren einen unmittelbaren Einblick in Kleibers Werk- und Musikverst&#228;ndnis, seine Arbeitsweise und auch in Eigenheiten seines Wesens.</p>

<p>Beispielsweise gibt es auch B&#228;nder von Kleibers Probenarbeit f&#252;r seine Schallplatteneinspielungen in Dresden, und zwar des &#8222;Freisch&#252;tz&#8220; 1973 und des &#8222;Tristan&#8220; 1980/81. Diese anzuh&#246;ren, war mir allerdings nicht verg&#246;nnt. Es ist anzunehmen, dass noch weitaus mehr solcher Dokumente existieren. Einmal mehr darf man also gespannt sein.</p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/01/20/rares-aus-der-probe">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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		</item>
				<item>
			<title>Der Apfel f&#228;llt nicht weit vom Stamm - Das legendenumwobene Verh&#228;ltnis von Carlos und Erich Kleiber</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/01/06/der-apfel-faellt-nicht-weit-vom-stamm-da</link>
			<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 10:54:45 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">48@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;Es war eine ganz besondere Herausforderung bei der Recherche zu meiner Kleiber-Biografie, das Verh&amp;#228;ltnis von Carlos zu seinem Vater Erich zu ergr&amp;#252;nden. Hier haben sich &amp;#252;ber Jahrzehnte hinweg Ger&amp;#252;chte und Anekdoten zu vermeintlichen Tatsachen verfestigt, die meist eher unreflektiert und ohne Bezug auf zuverl&amp;#228;ssige Quellen wiedergegeben werden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich ging bei meiner Recherche vom oft gezeichneten Bild des autorit&amp;#228;ren, ja, diktatorischen &amp;#220;bervaters aus, der seinen Sohn angeblich schlecht behandelt und vehement versucht haben soll, ihm eine Laufbahn als Musiker zu verwehren. Dass Carlos&amp;#8217; Schwester dies ganz anders darstellt, reichte angesichts ihrer pers&amp;#246;nlichen N&amp;#228;he zu Vater und Bruder nicht aus, um die g&amp;#228;ngigen Ansichten zu widerlegen. Doch andere, &amp;#252;beraus enge Vertraute von Carlos Kleiber, hatten ebenso wenig den Eindruck eines schlechten Vater-Sohn-Verh&amp;#228;ltnisses. Erhellend waren die zahlreichen pers&amp;#246;nlichen Dokumente, die ich einsehen konnte, unver&amp;#246;ffentlichte Briefe von Erich Kleiber an seine Frau Ruth sowie Briefwechsel zwischen Carlos und seinen Eltern. Erich Kleiber erscheint darin als ein Mann, der unter der Trennung von der Familie litt und sich stets um das Wohlergehen seiner Frau und seiner Kinder sorgte, deren Zukunft ihm besonders am Herzen lag. Die musikalische Entwicklung von Carlos behinderte er allenfalls durch das ihm und seiner Familie nach der Emigration auferlegte Wanderleben. Er f&amp;#246;rderte die Musikalit&amp;#228;t seines Sohnes, respektierte durchaus auch dessen Wunsch, Musiker zu werden, sah aber klar die Gefahren einer nicht abw&amp;#228;gbaren Zukunft als Musiker. So bestand er darauf, dass Carlos in derart schwierigen Zeiten einen sicheren Beruf erlernen sollte, ohne letztlich eine musikalische Laufbahn f&amp;#252;r ihn auszuschlie&amp;#223;en.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In meinem Buch habe ich diese doch sehr spannende Geschichte differenziert dargelegt, auch, dass gewisse schriftliche &amp;#196;u&amp;#223;erungen des Vaters &amp;#8212; die in Russels Erich-Kleiber-Biografie zitiert werden &amp;#8212; sowie einige von Carlos&amp;#8217; ironischen Bemerkungen gegen&amp;#252;ber Bekannten, schlicht falsch ausgelegt wurden. Erich Kleiber war ein passionierter Briefeschreiber, der seinen virtuosen Stil mit viel Ironie w&amp;#252;rzte. Erbe und Einfluss des Vaters werden auch hier sp&amp;#252;rbar, denn Carlos verfasste schon als Jugendlicher k&amp;#246;stliche Briefe. Wie Vater und Sohn miteinander korrespondierten oder mit anderen &amp;#252;bereinander sprachen, l&amp;#228;sst auf ein gutes, vertrauensvolles, geistesverwandtes und auf gegenseitiger Liebe beruhendes Verh&amp;#228;ltnis schlie&amp;#223;en. Dass der Vater seinem Kind in Zeiten eines g&amp;#228;nzlich anderen Ideals von kindlicher Entwicklung dennoch eine sehr strenge Erziehung angedeihen lie&amp;#223; und impulsiv reagieren konnte, steht dabei au&amp;#223;er Frage. Gerade in Carlos&amp;#8217; sp&amp;#228;ter Jugend war ihre Beziehung sicher nicht frei von Konflikten. Diese spitzten sich aber eben nicht dramatisch zu, als der Vater ihn zu einem Chemiestudium dr&amp;#228;ngte. Stattdessen beendete Carlos das Studium mit dem Einverst&amp;#228;ndnis seines Vaters wieder, kaum dass er es begonnen hatte. Erich Kleiber organisierte sofort das Musikstudium seines Sohnes, durch das der allerdings anfangs ohne allzu gro&amp;#223;en Arbeitswillen schlenderte. Erst als der Vater ihm eindringlich ins Gewissen redete, ihn unter Druck setzte, entwickelte Carlos den Ehrgeiz, der f&amp;#252;r eine erfolgreiche Karriere als Musiker notwendig war. Wie schnell Erich Kleiber dem Willen seines Sohnes nachgab und wie tatkr&amp;#228;ftig er ihn unterst&amp;#252;tzte, widerlegt alleine schon die Legenden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Carlos nicht unter einem diktatorischen Vater litt, sondern vielmehr nachhaltig unter dem defizit&amp;#228;ren Familienleben seiner Kindheit mit st&amp;#228;ndigen Ortswechseln, unter den G&amp;#228;ngeleien von Kinderm&amp;#228;dchen und den ungeliebten Internaten. Gerade dort vermisste er jahrelang famili&amp;#228;re Geborgenheit. Diese Erfahrungen beeinflussten sein ganzes Leben &amp;#8211; und nicht allein das private &amp;#8211; ma&amp;#223;geblich. Ein unstetes, heimatloses Dasein, von einem Pult zum anderen, ohne Zeit f&amp;#252;r die Familie, wie es ihm sein Vater zwangsweise vorlebte, wollte er nicht f&amp;#252;hren. K&amp;#252;nstlerisch eiferte er ihm indessen nach, erkor ihn aus tiefer &amp;#220;berzeugung zu seinem Idol, machte dessen Streben zum Ma&amp;#223;stab f&amp;#252;r seine eigene Kunst. Hier scheint der zuweilen unerreichbar scheinende &amp;#220;bervater durch, dessen Erfahrungen ihn zudem schon fr&amp;#252;h mit den bitteren Seiten der Musikszene und den Folgen ihrer Intrigen vertraut machten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man sollte zwischen dem Vater-Sohn-Verh&amp;#228;ltnis und der Funktion Erich Kleibers als k&amp;#252;nstlerisches Idol von Carlos sehr fein differenzieren. Mir lag daran, dieses legendenumwobene Verh&amp;#228;ltnis einschlie&amp;#223;lich des weitgehend unbekannten Lebenswegs des jungen Carlos Kleiber endlich wahrhaftig, jenseits g&amp;#228;ngiger Ansichten, zu erforschen und darzustellen. Und wenn nun tats&amp;#228;chlich vieles in ganz neuem Licht erscheint, so wird dabei noch deutlicher, dass, um einen Zugang zum Verst&amp;#228;ndnis von Carlos Kleiber als Mensch und K&amp;#252;nstler zu gewinnen, kein Weg an seinem Vater, an seiner Kindheit und Jugend vorbeif&amp;#252;hrt.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/01/06/der-apfel-faellt-nicht-weit-vom-stamm-da&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />Es war eine ganz besondere Herausforderung bei der Recherche zu meiner Kleiber-Biografie, das Verh&#228;ltnis von Carlos zu seinem Vater Erich zu ergr&#252;nden. Hier haben sich &#252;ber Jahrzehnte hinweg Ger&#252;chte und Anekdoten zu vermeintlichen Tatsachen verfestigt, die meist eher unreflektiert und ohne Bezug auf zuverl&#228;ssige Quellen wiedergegeben werden. </p>

<p>Ich ging bei meiner Recherche vom oft gezeichneten Bild des autorit&#228;ren, ja, diktatorischen &#220;bervaters aus, der seinen Sohn angeblich schlecht behandelt und vehement versucht haben soll, ihm eine Laufbahn als Musiker zu verwehren. Dass Carlos&#8217; Schwester dies ganz anders darstellt, reichte angesichts ihrer pers&#246;nlichen N&#228;he zu Vater und Bruder nicht aus, um die g&#228;ngigen Ansichten zu widerlegen. Doch andere, &#252;beraus enge Vertraute von Carlos Kleiber, hatten ebenso wenig den Eindruck eines schlechten Vater-Sohn-Verh&#228;ltnisses. Erhellend waren die zahlreichen pers&#246;nlichen Dokumente, die ich einsehen konnte, unver&#246;ffentlichte Briefe von Erich Kleiber an seine Frau Ruth sowie Briefwechsel zwischen Carlos und seinen Eltern. Erich Kleiber erscheint darin als ein Mann, der unter der Trennung von der Familie litt und sich stets um das Wohlergehen seiner Frau und seiner Kinder sorgte, deren Zukunft ihm besonders am Herzen lag. Die musikalische Entwicklung von Carlos behinderte er allenfalls durch das ihm und seiner Familie nach der Emigration auferlegte Wanderleben. Er f&#246;rderte die Musikalit&#228;t seines Sohnes, respektierte durchaus auch dessen Wunsch, Musiker zu werden, sah aber klar die Gefahren einer nicht abw&#228;gbaren Zukunft als Musiker. So bestand er darauf, dass Carlos in derart schwierigen Zeiten einen sicheren Beruf erlernen sollte, ohne letztlich eine musikalische Laufbahn f&#252;r ihn auszuschlie&#223;en.</p>

<p>In meinem Buch habe ich diese doch sehr spannende Geschichte differenziert dargelegt, auch, dass gewisse schriftliche &#196;u&#223;erungen des Vaters &#8212; die in Russels Erich-Kleiber-Biografie zitiert werden &#8212; sowie einige von Carlos&#8217; ironischen Bemerkungen gegen&#252;ber Bekannten, schlicht falsch ausgelegt wurden. Erich Kleiber war ein passionierter Briefeschreiber, der seinen virtuosen Stil mit viel Ironie w&#252;rzte. Erbe und Einfluss des Vaters werden auch hier sp&#252;rbar, denn Carlos verfasste schon als Jugendlicher k&#246;stliche Briefe. Wie Vater und Sohn miteinander korrespondierten oder mit anderen &#252;bereinander sprachen, l&#228;sst auf ein gutes, vertrauensvolles, geistesverwandtes und auf gegenseitiger Liebe beruhendes Verh&#228;ltnis schlie&#223;en. Dass der Vater seinem Kind in Zeiten eines g&#228;nzlich anderen Ideals von kindlicher Entwicklung dennoch eine sehr strenge Erziehung angedeihen lie&#223; und impulsiv reagieren konnte, steht dabei au&#223;er Frage. Gerade in Carlos&#8217; sp&#228;ter Jugend war ihre Beziehung sicher nicht frei von Konflikten. Diese spitzten sich aber eben nicht dramatisch zu, als der Vater ihn zu einem Chemiestudium dr&#228;ngte. Stattdessen beendete Carlos das Studium mit dem Einverst&#228;ndnis seines Vaters wieder, kaum dass er es begonnen hatte. Erich Kleiber organisierte sofort das Musikstudium seines Sohnes, durch das der allerdings anfangs ohne allzu gro&#223;en Arbeitswillen schlenderte. Erst als der Vater ihm eindringlich ins Gewissen redete, ihn unter Druck setzte, entwickelte Carlos den Ehrgeiz, der f&#252;r eine erfolgreiche Karriere als Musiker notwendig war. Wie schnell Erich Kleiber dem Willen seines Sohnes nachgab und wie tatkr&#228;ftig er ihn unterst&#252;tzte, widerlegt alleine schon die Legenden.</p>

<p>Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Carlos nicht unter einem diktatorischen Vater litt, sondern vielmehr nachhaltig unter dem defizit&#228;ren Familienleben seiner Kindheit mit st&#228;ndigen Ortswechseln, unter den G&#228;ngeleien von Kinderm&#228;dchen und den ungeliebten Internaten. Gerade dort vermisste er jahrelang famili&#228;re Geborgenheit. Diese Erfahrungen beeinflussten sein ganzes Leben &#8211; und nicht allein das private &#8211; ma&#223;geblich. Ein unstetes, heimatloses Dasein, von einem Pult zum anderen, ohne Zeit f&#252;r die Familie, wie es ihm sein Vater zwangsweise vorlebte, wollte er nicht f&#252;hren. K&#252;nstlerisch eiferte er ihm indessen nach, erkor ihn aus tiefer &#220;berzeugung zu seinem Idol, machte dessen Streben zum Ma&#223;stab f&#252;r seine eigene Kunst. Hier scheint der zuweilen unerreichbar scheinende &#220;bervater durch, dessen Erfahrungen ihn zudem schon fr&#252;h mit den bitteren Seiten der Musikszene und den Folgen ihrer Intrigen vertraut machten.</p>

<p>Man sollte zwischen dem Vater-Sohn-Verh&#228;ltnis und der Funktion Erich Kleibers als k&#252;nstlerisches Idol von Carlos sehr fein differenzieren. Mir lag daran, dieses legendenumwobene Verh&#228;ltnis einschlie&#223;lich des weitgehend unbekannten Lebenswegs des jungen Carlos Kleiber endlich wahrhaftig, jenseits g&#228;ngiger Ansichten, zu erforschen und darzustellen. Und wenn nun tats&#228;chlich vieles in ganz neuem Licht erscheint, so wird dabei noch deutlicher, dass, um einen Zugang zum Verst&#228;ndnis von Carlos Kleiber als Mensch und K&#252;nstler zu gewinnen, kein Weg an seinem Vater, an seiner Kindheit und Jugend vorbeif&#252;hrt.</p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2010/01/06/der-apfel-faellt-nicht-weit-vom-stamm-da">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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		</item>
				<item>
			<title>Carlos Kleiber &#8211; ein ewiges Ph&#228;nomen?</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/12/08/carlos-kleiber-ein-ewiges-phaenomen</link>
			<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 08:08:34 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">47@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;Es erstaunt mich, wenn in der Presse vom &amp;#8222;Ph&amp;#228;nomen&amp;#8220; Kleiber so gesprochen wird, als w&amp;#228;re es bislang noch nie ergr&amp;#252;ndet worden. Auch lieb gewordene Legenden wie die vom grausamen &amp;#220;bervater Erich Kleiber werden dabei gerne und kaum reflektiert weitergetragen. Immer wieder wird auf die zentrale Bedeutung des unzug&amp;#228;nglichen Familienarchivs verwiesen, das angeblich unverzichtbar sein soll, um diesen Ausnahmek&amp;#252;nstler zu verstehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ginge es darum, Carlos Kleibers Arbeitsweise und sein Musikverst&amp;#228;ndnis anhand der von ihm eingerichteten Partituren wissenschaftlich zu analysieren, mag das stimmen. Nur w&amp;#252;rde dies weit &amp;#252;ber das Anliegen einer Biografie hinausf&amp;#252;hren. Allerdings ist zumindest seit der Ver&amp;#246;ffentlichung meines Buches im Wesentlichen bekannt, worauf Carlos Kleiber bei seinem Notenmaterial Wert legte. Um das &amp;#8222;Ph&amp;#228;nomen&amp;#8220; Kleiber zu entschl&amp;#252;sseln, bedurfte es weit mehr: es ging darum, in die Tiefen seines Wesens vorzudringen. Nat&amp;#252;rlich k&amp;#246;nnten auch hier unbekannte Archivmaterialien weitere wertvolle Erkenntnisse liefern. Doch die Vielzahl der mir zug&amp;#228;nglichen Dokumente sowie die Kommunikationsfreude von Erich und Carlos Kleiber in pers&amp;#246;nlichen Briefen und Gespr&amp;#228;chen erlaubten mir, einen tiefen Zugang zum Menschen und K&amp;#252;nstler Kleiber zu finden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer das Buch genau liest, wird alles zu diesem Thema finden. Kleiber war ja kein Mensch und Musiker von einem anderen Stern. Was ihn auszeichnete, war sein &amp;#252;berragendes musikalisches Naturtalent. Das wollte sich entfalten und wurde gleichzeitig in jungen Jahren vom Vater Erich Kleiber in dem Willen geformt, Mittelm&amp;#228;&amp;#223;igkeit niemals zu dulden. Dass dies nur mit harter Arbeit zu erreichen ist, auch das lernte Carlos von seinem Vater. &lt;br /&gt;
Kleiber studierte und korrigierte die Partituren akribisch, frischte sie mit seinen Einzeichnungen und unkonventionellen Bogenstrichen auf. Er besa&amp;#223; ein geniales Gesp&amp;#252;r f&amp;#252;r Rhythmik und Pr&amp;#228;zision, f&amp;#252;r packende Tempi und poetische Tiefe. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Werke im Sinn ihrer Sch&amp;#246;pfer erklingen zu lassen, das war Carlos Kleibers innerstes Bed&amp;#252;rfnis. Daf&amp;#252;r lebte, arbeitete und k&amp;#228;mpfte er hartn&amp;#228;ckig gegen die Routine des Opern- und Konzertalltags. Oft verzweifelte er fast dar&amp;#252;ber, dieses Ziel, dieses ihm vorschwebende Ideal, das ihn zum einzig wirklich sch&amp;#246;pferischen Dirigenten seit Gustav Mahler machte, zu erreichen. Und es erkl&amp;#228;rt auch seine so oft missverstandenen oder als Eskapaden verschrienen Verhaltensweisen und seinen langsamen R&amp;#252;ckzug.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei allem spielt nat&amp;#252;rlich Kleibers Wesen eine entscheidende Rolle. Er war ein hochintelligenter, empfindlicher, &amp;#228;u&amp;#223;erst lebenslustiger, freidenkender, perfektionistischer und selbstkritischer Mensch, der auch von anderen alles abforderte. So tat er sich schwer mit verkrusteten Abl&amp;#228;ufen und nicht zuletzt, im fortschreitenden Alter, mit dem Leben &amp;#252;berhaupt. Ohne sein spr&amp;#252;hendes Temperament, seine oft schier unersch&amp;#246;pfliche Energie, seine Spontaneit&amp;#228;t, seine enorme pers&amp;#246;nliche Ausstrahlung, seine F&amp;#228;higkeit, Musikern mit seiner sprachlichen und musikalischen Imagination ein neues Verst&amp;#228;ndnis f&amp;#252;r Musik zu vermitteln und sie zu H&amp;#246;chstleistungen zu inspirieren, ohne seine imposante Erscheinung und seinen &amp;#228;sthetischen Dirigierstil, h&amp;#228;tte er nicht diese au&amp;#223;ergew&amp;#246;hnliche Wirkung am Pult erzielt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Tempo, das Kleiber vorlegte, und die Intensit&amp;#228;t seiner Deutungen resultierten aus dem Feuer, das in ihm loderte, und aus den Spannungen, die sich in den Auff&amp;#252;hrungen elektrisierend l&amp;#246;sten. Schon in fr&amp;#252;hen Jahren zog er so die H&amp;#246;rer in seinen Bann. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das &amp;#8222;Ph&amp;#228;nomen&amp;#8220; Kleiber ist facettenreich und ohne R&amp;#252;ckschl&amp;#252;sse auf seine Jugend und seinen Vater kaum zu erfassen. Seine kompromisslose Arbeit mit und an den ihm heiligen Partituren, mit den Orchestern und Ensembles, sein zuweilen an Besessenheit grenzender Perfektionstrieb und sein Arbeitswille, sein Kampf gegen die Routine, seine sch&amp;#246;pferische und inspirierende Kraft und sein Idealismus, sein Temperament und seine Pers&amp;#246;nlichkeit, sein begnadetes Talent und die Liebe und das Leben f&amp;#252;r die Musik &amp;#8211; all das macht seine unvergleichliche Wirkung und Gr&amp;#246;&amp;#223;e als Musiker, sein Genie aus, mit dem er so oft geh&amp;#246;rte Werke ganz neu erklingen lie&amp;#223; und Menschen in Ekstase versetzte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie jedoch die Musik in Kleibers Kopf ideal geklungen hat, das mag ein wirkliches Ph&amp;#228;nomen sein und wird auf ewig sein Geheimnis bleiben.&lt;/p&gt;



&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;&amp;#8222;Carlos Kleiber. Eine Biografie.&amp;#8220; &amp;#8211; &lt;a target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de/recherche-und-methode.html&quot;&gt;Zu Recherche und Methode &lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/12/08/carlos-kleiber-ein-ewiges-phaenomen&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />Es erstaunt mich, wenn in der Presse vom &#8222;Ph&#228;nomen&#8220; Kleiber so gesprochen wird, als w&#228;re es bislang noch nie ergr&#252;ndet worden. Auch lieb gewordene Legenden wie die vom grausamen &#220;bervater Erich Kleiber werden dabei gerne und kaum reflektiert weitergetragen. Immer wieder wird auf die zentrale Bedeutung des unzug&#228;nglichen Familienarchivs verwiesen, das angeblich unverzichtbar sein soll, um diesen Ausnahmek&#252;nstler zu verstehen.</p>

<p>Ginge es darum, Carlos Kleibers Arbeitsweise und sein Musikverst&#228;ndnis anhand der von ihm eingerichteten Partituren wissenschaftlich zu analysieren, mag das stimmen. Nur w&#252;rde dies weit &#252;ber das Anliegen einer Biografie hinausf&#252;hren. Allerdings ist zumindest seit der Ver&#246;ffentlichung meines Buches im Wesentlichen bekannt, worauf Carlos Kleiber bei seinem Notenmaterial Wert legte. Um das &#8222;Ph&#228;nomen&#8220; Kleiber zu entschl&#252;sseln, bedurfte es weit mehr: es ging darum, in die Tiefen seines Wesens vorzudringen. Nat&#252;rlich k&#246;nnten auch hier unbekannte Archivmaterialien weitere wertvolle Erkenntnisse liefern. Doch die Vielzahl der mir zug&#228;nglichen Dokumente sowie die Kommunikationsfreude von Erich und Carlos Kleiber in pers&#246;nlichen Briefen und Gespr&#228;chen erlaubten mir, einen tiefen Zugang zum Menschen und K&#252;nstler Kleiber zu finden.</p>

<p>Wer das Buch genau liest, wird alles zu diesem Thema finden. Kleiber war ja kein Mensch und Musiker von einem anderen Stern. Was ihn auszeichnete, war sein &#252;berragendes musikalisches Naturtalent. Das wollte sich entfalten und wurde gleichzeitig in jungen Jahren vom Vater Erich Kleiber in dem Willen geformt, Mittelm&#228;&#223;igkeit niemals zu dulden. Dass dies nur mit harter Arbeit zu erreichen ist, auch das lernte Carlos von seinem Vater. <br />
Kleiber studierte und korrigierte die Partituren akribisch, frischte sie mit seinen Einzeichnungen und unkonventionellen Bogenstrichen auf. Er besa&#223; ein geniales Gesp&#252;r f&#252;r Rhythmik und Pr&#228;zision, f&#252;r packende Tempi und poetische Tiefe. </p>

<p>Die Werke im Sinn ihrer Sch&#246;pfer erklingen zu lassen, das war Carlos Kleibers innerstes Bed&#252;rfnis. Daf&#252;r lebte, arbeitete und k&#228;mpfte er hartn&#228;ckig gegen die Routine des Opern- und Konzertalltags. Oft verzweifelte er fast dar&#252;ber, dieses Ziel, dieses ihm vorschwebende Ideal, das ihn zum einzig wirklich sch&#246;pferischen Dirigenten seit Gustav Mahler machte, zu erreichen. Und es erkl&#228;rt auch seine so oft missverstandenen oder als Eskapaden verschrienen Verhaltensweisen und seinen langsamen R&#252;ckzug.</p>

<p>Bei allem spielt nat&#252;rlich Kleibers Wesen eine entscheidende Rolle. Er war ein hochintelligenter, empfindlicher, &#228;u&#223;erst lebenslustiger, freidenkender, perfektionistischer und selbstkritischer Mensch, der auch von anderen alles abforderte. So tat er sich schwer mit verkrusteten Abl&#228;ufen und nicht zuletzt, im fortschreitenden Alter, mit dem Leben &#252;berhaupt. Ohne sein spr&#252;hendes Temperament, seine oft schier unersch&#246;pfliche Energie, seine Spontaneit&#228;t, seine enorme pers&#246;nliche Ausstrahlung, seine F&#228;higkeit, Musikern mit seiner sprachlichen und musikalischen Imagination ein neues Verst&#228;ndnis f&#252;r Musik zu vermitteln und sie zu H&#246;chstleistungen zu inspirieren, ohne seine imposante Erscheinung und seinen &#228;sthetischen Dirigierstil, h&#228;tte er nicht diese au&#223;ergew&#246;hnliche Wirkung am Pult erzielt. </p>

<p>Das Tempo, das Kleiber vorlegte, und die Intensit&#228;t seiner Deutungen resultierten aus dem Feuer, das in ihm loderte, und aus den Spannungen, die sich in den Auff&#252;hrungen elektrisierend l&#246;sten. Schon in fr&#252;hen Jahren zog er so die H&#246;rer in seinen Bann. </p>

<p>Das &#8222;Ph&#228;nomen&#8220; Kleiber ist facettenreich und ohne R&#252;ckschl&#252;sse auf seine Jugend und seinen Vater kaum zu erfassen. Seine kompromisslose Arbeit mit und an den ihm heiligen Partituren, mit den Orchestern und Ensembles, sein zuweilen an Besessenheit grenzender Perfektionstrieb und sein Arbeitswille, sein Kampf gegen die Routine, seine sch&#246;pferische und inspirierende Kraft und sein Idealismus, sein Temperament und seine Pers&#246;nlichkeit, sein begnadetes Talent und die Liebe und das Leben f&#252;r die Musik &#8211; all das macht seine unvergleichliche Wirkung und Gr&#246;&#223;e als Musiker, sein Genie aus, mit dem er so oft geh&#246;rte Werke ganz neu erklingen lie&#223; und Menschen in Ekstase versetzte.</p>

<p>Wie jedoch die Musik in Kleibers Kopf ideal geklungen hat, das mag ein wirkliches Ph&#228;nomen sein und wird auf ewig sein Geheimnis bleiben.</p>



<ul>
  <li>&#8222;Carlos Kleiber. Eine Biografie.&#8220; &#8211; <a target="_blank" href="http://www.carlos-kleiber.de/recherche-und-methode.html">Zu Recherche und Methode </a></li>
</ul><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/12/08/carlos-kleiber-ein-ewiges-phaenomen">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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		</item>
				<item>
			<title>Kleiber vor der Kamera - Teil 3</title>
			<link>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/11/27/kleiber-vor-der-kamera-teil-3</link>
			<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 08:53:57 +0000</pubDate>			<dc:creator>admin</dc:creator>
			<category domain="main">Carlos Kleiber</category>			<guid isPermaLink="false">46@http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;img align=&quot;left&quot; hspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg&quot; /&gt;Carlos Kleiber und die Wiener Philharmoniker: mehr ein Verh&amp;#228;ltnis als eine Liebe, eines mit k&amp;#252;nstlerischen H&amp;#246;hepunkten &amp;#252;ber 20 Jahre, aber auch eines mit Konflikten und Zerw&amp;#252;rfnissen. Kaum jemals erlebte Kleiber gl&amp;#252;cklichere Tage mit dem Orchester als auf der legend&amp;#228;ren Mexiko-Tour des Jahres 1981. Die ausgelassene Stimmung von Dirigent und Musikern spiegelte sich in den Konzerten wider. Nie zuvor und nie wieder danach hatten die so kultivierten Wiener unter seinen H&amp;#228;nden derart entfesselt aufgespielt. Selbst intime Kenner jener Zusammenarbeit staunten &amp;#252;ber die Tempi und die Expressivit&amp;#228;t, wenn sie die Aufnahme des zweiten Konzerts in Guanajuato vom 27. April in die H&amp;#228;nde bekamen. &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das mexikanische Fernsehen hatte das Konzert teilweise ohne Wissen der Beteiligten zeitversetzt ausgestrahlt. 2004 kam diese Aufnahme in den USA inoffiziell und in eher bescheidener Bildqualit&amp;#228;t auf DVD in Umlauf. Sie ist mit Beethovens f&amp;#252;nfter Sinfonie, der &quot;Coriolan&quot;-Ouvert&amp;#252;re sowie den Zugaben &quot;Unter Donner und Blitz&quot; und der &quot;Fledermaus&quot;-Ouvert&amp;#252;re von Strau&amp;#223; ein au&amp;#223;erordentliches Dokument eines Dirigats von Carlos Kleiber.&lt;br /&gt;
Noch ein weiterer recht spektakul&amp;#228;rer Auftritt Kleibers wurde ohne offiziellen Segen gesendet: das Abschlusskonzert des Festival delle Panatenee Pompeiane im italienischen Pompeji mit dem Bayerischen Staatsorchester im Jahr 1987. Orchestervorstand Kurt Meister hatte Kleiber zu diesem Konzert mit Brahms' &quot;Zweiter&quot;, Mozarts &quot;Linzer&quot; Sinfonie C-Dur KV 425 und Zugaben von Johann Strau&amp;#223; &amp;#252;berredet. Dass das Konzert entgegen der Absprachen und ohne ihr Wissen in ganz Italien von der RAI &amp;#252;bertragen wurde, ver&amp;#228;rgerte beide. Doch so wurde es in Bild und Ton konserviert und kursiert bislang unver&amp;#246;ffentlicht in Sammlerkreisen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
L&amp;#228;ngst, wenngleich nur in unautorisierten Ausgaben, sind DVDs der offiziellen Fernseh&amp;#252;bertragungen von Kleibers &quot;Otello&quot;- und &quot;La Boh&amp;#232;me&quot;-Auff&amp;#252;hrungen an der Mail&amp;#228;nder Scala 1976 und 1979 (RAI) sowie von seinem Japan-Gastspiel mit dem Orchester der Mail&amp;#228;nder Scala 1981 (NHK Tokio) erh&amp;#228;ltlich. Stars wie Pl&amp;#225;cido Domingo, Luciano Pavarotti und Mirella Freni wirkten in diesen Produktionen mit. Ansonsten existiert noch ein kurzer Clip mit Szenen aus der Wiener &quot;La Boh&amp;#232;me&quot; des Jahres 1985, ver&amp;#246;ffentlicht auf der Sony/BMG-DVD &quot;Marcel Prawy &amp;#8211; Lieblingsopern und Opernlieblinge&quot;.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welche Begeisterung Kleiber in Japan ausl&amp;#246;ste, davon zeugt auch das letzte Konzert der Japan-Tournee mit dem Bayerischen Staatsorchester am 19. Mai 1986, das vom japanischen Fernsehen gesendet wurde. Die Aufnahmen von Beethovens vierter und siebter Symphonie nebst der &quot;Fledermaus&quot;-Ouvert&amp;#252;re wurden als Bootleg auf CD, allerdings noch nicht auf DVD ver&amp;#246;ffentlicht.&lt;br /&gt;
Au&amp;#223;erhalb des Konzertsaals war Kleiber auch nach seinem internationalen Aufstieg selten zu beobachten. Reizvoll ist der Vergleich zweier ORF-Ausschnitte von Kleibers kurzen Dirigaten bei den Wiener Philharmonikerb&amp;#228;llen 1980 und 1994. Dar&amp;#252;ber hinaus lagern im Archiv des ORF auch Probenmitschnitte der Neujahrskonzerte 1989 und 1992 sowie ein Bericht &amp;#252;ber die Verleihung des Ehrenkreuzes f&amp;#252;r Wissenschaft und Kunst an Kleiber am 19. Januar 1994 in Wien. K&amp;#252;rzere Probenausschnitte sind auch &amp;#252;berliefert: beispielsweise von der Wiener &quot;Carmen&quot;-Produktion 1978 und Kleibers Chicago-Gastspiel 1983.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Der letzte offizielle Mitschnitt eines Konzerts stammt aus Ljubljana, wo Kleiber am 6. Juni 1987 seiner Frau Stanka zuliebe im Conkarjev Dom die Slowenische Philharmonie beim Europ&amp;#228;ischen Kulturmonat dirigierte. Auf dem Programm stand, wie schon andernorts zuvor, Beethovens &quot;Coriolan&quot;-Ouvert&amp;#252;re, Mozarts Sinfonie B-Dur KV 319 und Brahms vierte Sinfonie. Selbst wenn die Spielkultur des Orchesters nicht an die der Wiener heranreichte, bestechen die Intensit&amp;#228;t und das Feuer, welches Kleiber mit diesem Klangk&amp;#246;rper entfachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Trotz scharfer Kontrollen und Beschr&amp;#228;nkungen beim Zugang zu Proben gelang es Fans in Kleibers sp&amp;#228;teren Jahren, auch dort heimlich Videokameras einzuschmuggeln &amp;#8211; etwa in New York an der Metropolitan Opera 1989 und 1990 oder auf Gran Canaria 1999. Ein Band von der Einstudierung des Wiener &quot;Rosenkavaliers&quot; aus dem Jahr 1994 wurde bereits als Bootleg auf DVD ver&amp;#246;ffentlicht. Einen sehr intimen Einblick in Kleibers Dirigierstil erm&amp;#246;glichen j&amp;#252;ngst &amp;#252;ber YouTube zug&amp;#228;nglich gemachte Aufnahmen aus Bayreuth 1976. Dieser &amp;#252;ber die Dirigentenkamera im Orchestergraben aufgezeichnete &quot;Tristan&quot; zeigt, wie verinnerlicht, ja enthemmt Kleiber dirigierte, wenn er sich unbeobachtet f&amp;#252;hlte.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Jahren noch das eine oder andere Dokument auftauchen wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;&lt;a target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/results?search_query=carlos+kleiber&amp;amp;search_type=&amp;amp;aq=f&quot;&gt;Carlos Kleiber bei YouTube&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Links zur Diskografie bei Alexander Werner&lt;br /&gt;
&lt;a target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de/links-zu-kleiber.html&quot;&gt;Links zu Carlos Kleiber&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de/zur-diskografie.html&quot;&gt;Diskographie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;
&lt;a target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.carlos-kleiber.de/leben-und-karriere/lebenslauf.html&quot;&gt;Lebenslauf Kleibers bei Alexander Werner&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/11/27/kleiber-vor-der-kamera-teil-3&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" hspace="10" src="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/media/blogs/a/Autoren/Alexander_Werner_110px.jpg" />Carlos Kleiber und die Wiener Philharmoniker: mehr ein Verh&#228;ltnis als eine Liebe, eines mit k&#252;nstlerischen H&#246;hepunkten &#252;ber 20 Jahre, aber auch eines mit Konflikten und Zerw&#252;rfnissen. Kaum jemals erlebte Kleiber gl&#252;cklichere Tage mit dem Orchester als auf der legend&#228;ren Mexiko-Tour des Jahres 1981. Die ausgelassene Stimmung von Dirigent und Musikern spiegelte sich in den Konzerten wider. Nie zuvor und nie wieder danach hatten die so kultivierten Wiener unter seinen H&#228;nden derart entfesselt aufgespielt. Selbst intime Kenner jener Zusammenarbeit staunten &#252;ber die Tempi und die Expressivit&#228;t, wenn sie die Aufnahme des zweiten Konzerts in Guanajuato vom 27. April in die H&#228;nde bekamen. <br /></p>

<p>Das mexikanische Fernsehen hatte das Konzert teilweise ohne Wissen der Beteiligten zeitversetzt ausgestrahlt. 2004 kam diese Aufnahme in den USA inoffiziell und in eher bescheidener Bildqualit&#228;t auf DVD in Umlauf. Sie ist mit Beethovens f&#252;nfter Sinfonie, der "Coriolan"-Ouvert&#252;re sowie den Zugaben "Unter Donner und Blitz" und der "Fledermaus"-Ouvert&#252;re von Strau&#223; ein au&#223;erordentliches Dokument eines Dirigats von Carlos Kleiber.<br />
Noch ein weiterer recht spektakul&#228;rer Auftritt Kleibers wurde ohne offiziellen Segen gesendet: das Abschlusskonzert des Festival delle Panatenee Pompeiane im italienischen Pompeji mit dem Bayerischen Staatsorchester im Jahr 1987. Orchestervorstand Kurt Meister hatte Kleiber zu diesem Konzert mit Brahms' "Zweiter", Mozarts "Linzer" Sinfonie C-Dur KV 425 und Zugaben von Johann Strau&#223; &#252;berredet. Dass das Konzert entgegen der Absprachen und ohne ihr Wissen in ganz Italien von der RAI &#252;bertragen wurde, ver&#228;rgerte beide. Doch so wurde es in Bild und Ton konserviert und kursiert bislang unver&#246;ffentlicht in Sammlerkreisen. <br /><br />
L&#228;ngst, wenngleich nur in unautorisierten Ausgaben, sind DVDs der offiziellen Fernseh&#252;bertragungen von Kleibers "Otello"- und "La Boh&#232;me"-Auff&#252;hrungen an der Mail&#228;nder Scala 1976 und 1979 (RAI) sowie von seinem Japan-Gastspiel mit dem Orchester der Mail&#228;nder Scala 1981 (NHK Tokio) erh&#228;ltlich. Stars wie Pl&#225;cido Domingo, Luciano Pavarotti und Mirella Freni wirkten in diesen Produktionen mit. Ansonsten existiert noch ein kurzer Clip mit Szenen aus der Wiener "La Boh&#232;me" des Jahres 1985, ver&#246;ffentlicht auf der Sony/BMG-DVD "Marcel Prawy &#8211; Lieblingsopern und Opernlieblinge".<br /></p>

<p>Welche Begeisterung Kleiber in Japan ausl&#246;ste, davon zeugt auch das letzte Konzert der Japan-Tournee mit dem Bayerischen Staatsorchester am 19. Mai 1986, das vom japanischen Fernsehen gesendet wurde. Die Aufnahmen von Beethovens vierter und siebter Symphonie nebst der "Fledermaus"-Ouvert&#252;re wurden als Bootleg auf CD, allerdings noch nicht auf DVD ver&#246;ffentlicht.<br />
Au&#223;erhalb des Konzertsaals war Kleiber auch nach seinem internationalen Aufstieg selten zu beobachten. Reizvoll ist der Vergleich zweier ORF-Ausschnitte von Kleibers kurzen Dirigaten bei den Wiener Philharmonikerb&#228;llen 1980 und 1994. Dar&#252;ber hinaus lagern im Archiv des ORF auch Probenmitschnitte der Neujahrskonzerte 1989 und 1992 sowie ein Bericht &#252;ber die Verleihung des Ehrenkreuzes f&#252;r Wissenschaft und Kunst an Kleiber am 19. Januar 1994 in Wien. K&#252;rzere Probenausschnitte sind auch &#252;berliefert: beispielsweise von der Wiener "Carmen"-Produktion 1978 und Kleibers Chicago-Gastspiel 1983.<br /><br />
Der letzte offizielle Mitschnitt eines Konzerts stammt aus Ljubljana, wo Kleiber am 6. Juni 1987 seiner Frau Stanka zuliebe im Conkarjev Dom die Slowenische Philharmonie beim Europ&#228;ischen Kulturmonat dirigierte. Auf dem Programm stand, wie schon andernorts zuvor, Beethovens "Coriolan"-Ouvert&#252;re, Mozarts Sinfonie B-Dur KV 319 und Brahms vierte Sinfonie. Selbst wenn die Spielkultur des Orchesters nicht an die der Wiener heranreichte, bestechen die Intensit&#228;t und das Feuer, welches Kleiber mit diesem Klangk&#246;rper entfachte.<br /><br />
Trotz scharfer Kontrollen und Beschr&#228;nkungen beim Zugang zu Proben gelang es Fans in Kleibers sp&#228;teren Jahren, auch dort heimlich Videokameras einzuschmuggeln &#8211; etwa in New York an der Metropolitan Opera 1989 und 1990 oder auf Gran Canaria 1999. Ein Band von der Einstudierung des Wiener "Rosenkavaliers" aus dem Jahr 1994 wurde bereits als Bootleg auf DVD ver&#246;ffentlicht. Einen sehr intimen Einblick in Kleibers Dirigierstil erm&#246;glichen j&#252;ngst &#252;ber YouTube zug&#228;nglich gemachte Aufnahmen aus Bayreuth 1976. Dieser &#252;ber die Dirigentenkamera im Orchestergraben aufgezeichnete "Tristan" zeigt, wie verinnerlicht, ja enthemmt Kleiber dirigierte, wenn er sich unbeobachtet f&#252;hlte.<br />
Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Jahren noch das eine oder andere Dokument auftauchen wird.</p>

<p><br /><br /></p>

<ul>
  <li><a target="_blank" href="http://www.youtube.com/results?search_query=carlos+kleiber&amp;search_type=&amp;aq=f">Carlos Kleiber bei YouTube</a></li>
  <li>Links zur Diskografie bei Alexander Werner<br />
<a target="_blank" href="http://www.carlos-kleiber.de/links-zu-kleiber.html">Links zu Carlos Kleiber</a><br />
<a target="_blank" href="http://www.carlos-kleiber.de/zur-diskografie.html">Diskographie</a></li>
  <li>
<a target="_blank" href="http://www.carlos-kleiber.de/leben-und-karriere/lebenslauf.html">Lebenslauf Kleibers bei Alexander Werner</a></li></ul><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/11/27/kleiber-vor-der-kamera-teil-3">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.schott-blog.com/b2evolution/blogs/blog1.php/2009/11/27/kleiber-vor-der-kamera-teil-3#comments</comments>
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